Unwetter in Italien: Mehrere Todesopfer

Regenfälle und Überschwemmungen haben in Italien mindestens 9 Todesopfer gefordert. Heute erreicht die Kaltfront Österreich.
Autor: APA Chronik, 16.09.2022 um 08:10 Uhr

Mindestens neun Menschen sind nach Behördenangaben bei heftigen Regenfällen und Überschwemmungen in der Umgebung der italienischen Adriastadt Ancona ums Leben gekommen. Zudem wurden in der gleichnamigen Provinz, die in der Region Marken liegt, noch drei weitere Menschen vermisst, wie die Nachrichtenagentur ANSA in der Nacht zum Freitag unter Berufung auf den Katastrophenschutz berichtete.

Die Regierung der Provinz Ancona erklärte, die Überschwemmungen seien eine Folge der anhaltenden Regenfälle vom Donnerstagnachmittag. Der Präsident der Marken, Francesco Acquaroli, schrieb auf Facebook, die "sehr ernste meteorologische Krise" in der Region gebe Anlass zu äußerster Besorgnis. Der Katastrophenschutz hatte am Donnerstag die Bewohner des Küstenortes Senigallia nördlich von Ancona aufgerufen, angesichts der Überschwemmungen höher gelegene Gebiete aufzusuchen.

Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Zivilschutz, Feuerwehr und die Polizei arbeiteten stundenlang, um die Straßen vom Schlamm zu befreien, erklärte Luigi D'Angelo, Sprecher der nationalen Zivilschutzbehörde. So starke Regenfälle seien nicht vorhergesagt worden. "Es gibt immer noch vereinzelte Personen, die wir bergen", erklärte Stefano Stefoni, Direktor des Zivilschutzes der Region Marken. Die Gemeinde Cantiano sei isoliert, ebenso wie einige Seniorenheime. Erdrutsche und Schlamm auf den Straße wurden geräumt. "In zwei bis drei Stunden fielen etwa 420 Millimeter Regen, die Hälfte dessen, was in einem Jahr in der Region regnet. Dies sind Momente extremer Besorgnis", so der Präsident der Region Marken.

Die Elektrizität sei im betroffenen Gebiet nicht stabil, und auch die Telefonleitungen würden nicht immer funktionieren, teilten die Behörden mit. In Cantiano in der Provinz Pesaro Urbino, einer Gemeinde mit etwas mehr als 2.000 Einwohnern, wurden die Straßen zu Sturzbächen, Autos wurden weggespült. Der Stadtplatz wurde von einem Meter Wasser überflutet.

Bürgermeister Alessandro Piccini rief die Bürger über die sozialen Medien auf, zu Hause zu bleiben. "Die Bilder aus Cantiano sind erschütternd", schrieb der Bürgermeister von Pesaro, Matteo Ricci, auf Facebook. "Wir stehen dem Bürgermeister und allen Gemeinden im Landesinneren, die von diesem heftigen Wolkenbruch betroffen sind, mit Kraft und Verbundenheit zur Seite, in der Hoffnung, dass der Notstand bald vorüber ist.