Tindler-Schwindler trieben aus dem Häfn ihr Unwesen

Auf Dating-Plattformen erbeuteten sie von vier Frauen 162.000 Euro. Danach verspielten sie alles auf Wett-Portalen.
Autor: APA Chronik, 21.04.2022 um 12:28 Uhr

Zwei Häftlinge der Justizanstalt Suben (Bezirk Schärding) wurden in der Zelle kreativ und trieben auf einer Dating-Plattform ihr Unwesen: Vier Opfern knöpften sie mit Lügengeschichten 162.000 Euro ab. Mehrmonatige Erhebungen von Kriminalbeamten brachten nun die betrügerische Mitleidsmasche ans Licht.

Häftling sucht Frau

Die Häftlinge hatten auf der Dating-Plattform Beziehungen zu ihren Opfern vorgetäuscht. Nach einiger Zeit erzählten sie, dass sie derzeit im Gefängnis sitzen und sich in einer "Notsituation" befinden würden. Daher baten sie zuerst um kleinere finanzielle Hilfen wie Telefonwertkarten oder geringe Geldüberweisungen. Nachdem diese Gefälligkeiten geleistet wurden, steigerten sich die Forderungen.

Opfer zahlten Schutzgeld

Als Gründe sollen die beiden Insassen Auseinandersetzungen mit anderen Häftlingen genannt haben, weshalb sie "Schutzgeld" benötigen würden. Oder sie meinten, wegen einer Rauferei bräuchten sie Geld für eine notwendige Operation. Sie dürften auch versprochen haben, sämtliche Überweisungen nach der Haftentlassung zu begleichen, da sie sehr vermögend seien.

Auf Wett-Portalen verspielt

Tatsächlich verspielten die zwei laut Polizei das Geld auf Wett-Portalen oder ließen sich durch Angehörige neue Handys ins Gefängnis schleusen. Besonders schlimm erging es einem Opfer, das den Kontakt abbrach. Die Frau wurde offenbar von einem Mann aufgesucht, der sie aufforderte, wieder mit dem Häftling in Verbindung zu treten, ansonsten würden intime Fotos und Videos an Verwandte übermittelt. Aus Angst vor den Kriminellen seien Opfer teilweise sogar umgezogen oder hätten ihre Arbeitsstelle und Telefonnummer gewechselt, teilte die Polizei mit.