Stau-Chaos: Klima-Kleber blockierten Praterstern

Aktivisten der „Letzten Generation“ legten in Wien erneut den Verkehr lahm. Für morgen wurden bereits weitere Proteste angekündigt.
Autor: APA Chronik, 10.01.2023 um 10:13 Uhr

Die Klimaproteste der Letzten Generation gehen weiter: Am Dienstag wurde der Praterstern in Wien-Leopoldstadt blockiert, indem sämtliche Zufahrten gesperrt wurden. Unterstützung bekamen die Aktivisten dabei von rund 40 Wissenschaftern, die sich mit deren Anliegen solidarisierten: "Ja zu Tempo 100 auf Autobahnen, nein zu Fracking in Österreich."

"Wo ist euer Klimaplan?"

Gegen 8.15 Uhr startete die Aktion, die laut der "Letzten Generation" den größten Kreisverkehr Österreichs vorübergehend in eine Fußgängerzone verwandelte. Gemeinsam mit den Wissenschaftern stellten sie der Regierung die Frage: "Wo ist euer Klimaplan?" Laut den Forschern, darunter der "Wissenschafter des Jahres 2022", Franz Essl, sei die Bundesregierung derzeit nicht in der Lage, internationale Verpflichtungen und eigene Zielsetzungen zum Klimaschutz einzuhalten. Deshalb solidarisierte sich die Gruppe aus verschiedenen Disziplinen sowohl mit den Forderungen als auch mit dem friedlichen und gewaltfreien Protest der "Letzten Generation". Auf Twitter kündigten die Aktivisten bereits weitere Protestaktionen an.

Verkehrschaos in Wien

"Wir sind mit verstärkter Kräftezahl im Einsatz, um die Behinderungen so schnell wie möglich zu beenden", twitterte die Wiener Polizei. Die Aktion führte in der gesamten Umgebung des Pratersterns zu massiven Auswirkungen auf den ohnehin schon dichten Frühverkehr, berichtete ein Sprecher des ÖAMTC. Bereits zuvor hatte es auf der Südosttangente (A23) einen Unfall beim Knoten Prater gegeben, wodurch sich ein Rückstau bis Vösendorf auf der Südautobahn (A2) und bis zum Flughafen auf der Ostautobahn (A4) bildete. Zudem hatte um 7.40 Uhr ein Brandmelder durch eine technische Fehlfunktion im Tunnel Kaisermühlen ausgelöst, der daraufhin für etwas weniger als eine Stunde gesperrt wurde. Entsprechend waren die Auswirkungen auf die Donauufer-Autobahn (A22).