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Ein Verkehrszeichen: "Achtung, Seilbahn"
Bei den Seilbahnen bereitet man sich auf den Ernstfall vor.
Bei den Seilbahnen bereitet man sich auf den Ernstfall vor.
APA/Themenbild

Gerüstet: Seilbahner geben Tipps für Klimaproteste

08.12.2023 um 09:45, APA, Red
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Die Skigebiete rechnen heuer mit Klimaprotesten. Auch bei den Seilbahnen rüstet man sich. Ein Papier gibt Handlungsempfehlungen für den Ernstfall.

Die österreichischen Skigebiete haben sich im Vorfeld der gerade angelaufenen Skisaison offenbar auf Klimaproteste eingestellt. Das zeigte eine vergangenes Monat auf der Webseite des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen publizierte "Handlungsempfehlung" für mögliche Blockaden durch Aktivistinnen und Aktivisten. "Es sollen keine Bilder von körperlicher Gewalt gegen Demonstranten erzeugt/provoziert werden", heißt es darin.

Ruhe bewahren und Polizei einschalten

Inzwischen ist das Dokument nicht mehr auf der Website auffindbar. So schließt der Verband in der Handlungsempfehlung nicht aus, dass es bei Zufahrten und am Gelände von Skigebieten, aber auch auf Liftanlagen zu Aktionen von Demonstranten kommen könnte. Der Verband rät für diesen Fall "nicht selbst durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv zu werden, so lange von der aktuellen Situation kein Gefährdungspotenzial ausgeht". Statt Aggression gelte es, "emotional Ruhe zu bewahren und die Situation genau zu beobachten" und sofort die Polizei zu informieren.

Positive Gegendemos

Der Seilbahn-Verband regt zudem in dem Dokument "kommunikative Gegenmaßnahmen" wie das Vorbereiten von Transparenten für "positive Gegendemonstrationen" an. Dort könnte unter anderem dafür geworben werden, dass Seilbahnen zu "100 Prozent Elektromobilität" seien.

Seilbahnen sind "Klimapartner"

Zudem seien die Betriebe Partnerinnen des Klimas. In heimischen Skigebieten gehörten fossile Ressourcen beinahe vollständig der Vergangenheit an, man wirtschafte stattdessen mit über 90 Prozent Ökostrom, so der Tenor des Papieres. "Die Seilbahnen sind in manchen Regionen keine Energiefresser, sondern – im Gegenteil – wichtige Erzeuger (über ihre Betriebe hinaus)", schreibt die Fachvertretung in dem Papier. Man verstehe die Sorgen junger Menschen sehrwohl.

Keine Aktionen bekannt

Auf APA-Anfrage betonte der Verband die Empfehlungen seien im "Rahmen der kommunikativen allgemeinen Vorbereitungen", die stets auch aktuelle Entwicklungen berücksichtigten. Anlassfall habe es bisher jedoch noch keinen gegeben, hieß es. "Es sind uns keine Aktionen bekannt."

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