Schwere Unwetter in der Steiermark und Vorarlberg

In der Nacht auf Dienstag entstanden durch Unwetter vor allem in zwei Bundesländern schwere Schäden. Die Feuerwehren mussten zu 200 Einsätzen ausrücken.
Autor: APA Chronik, 05.07.2022 um 10:56 Uhr

Eine Unwetterfront ist in der Nacht auf Dienstag quer über die Steiermark gezogen. Hagel, Blitzschlag und Starkregen hat zahlreiche Feuerwehreinsätze erforderlich gemacht. Im weststeirischen Edelschrott schlug ein Blitz in ein Einfamilienhaus ein, Dach und Obergeschoss brannten aus, die Bewohner konnten sich retten. In Vorarlberg wurden die Feuerwehren wegen Starkregens und Gewitter am Montagabend zu 55 Einsätzen gerufen.

Fast 100 steirische Feuerwehren im Einsatz

Die Auswirkungen der Unwetterfront, die am Abend über die mittlere Steiermark und den Grazer Raum zog, führte zu gut 140 Unwettereinsätzen mit rund 90 eingesetzten Feuerwehren sowie rund 700 Einsatzkräften.

Die Hauptaufgabe für die Feuerwehren bestand aus Auspumparbeiten, Baumräumungen und dem Freimachen von Verkehrswegen. Im Laufe der Nacht ging der Starkregen in gewöhnliche Niederschläge über, die erst in der Früh aufhörten. In einigen Bezirken kam es lokal zu Stromausfällen, die allerdings nach mehreren Stunden behoben werden konnten.

Blitzeinschlag in der Weststeiermark

In Edelschrott im weststeirischen Bezirk Voitsberg schlug gegen 18.30 Uhr während eines Gewitters ein Blitz in den Dachstuhl des Einfamilienhauses ein. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Ehepaar (51 und 49 Jahre alt) im Haus, das Feuer griff sofort auf das gesamte obere Stockwerk über. Zeitgleich entstand im Schlafzimmer des Erdgeschoßes durch eine Überspannung bzw. einen elektrischen Defekt über eine Steckdose ein weiterer Brandherd. Das Ehepaar konnte sich ins Freie retten und verständigte die Feuerwehr. Drei Feuerwehren - Köflach, St. Martin und Edelschrott - mit 25 Kräften löschten die Flammen bis Mitternacht. Das Haus wurde unbewohnbar, das Ehepaar kam vorübergehend bei Verwandten unter.

Über 50 Einsätze in Vorarlberg

In Vorarlberg wurden die Feuerwehren wegen Starkregens und Gewitter am Montagabend zu 55 Einsätzen gerufen. 90 Prozent der Einsätze waren nach Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle im Bezirk Feldkirch zu verzeichnen. In Göfis und Klaus (Bez. Feldkirch) schlugen Blitze in Wohnhäuser ein. In Schnifis (Bez. Feldkirch) und Au im hinteren Bregenzerwald gingen kleine Rutschungen ab, in Schaan im benachbarten Liechtenstein ein größerer Rutsch. Verletzt wurde niemand.

Bei den Blitzeinschlägen wurden jeweils Dachziegel zu Boden geschleudert, Brände entstanden keine. In Liechtenstein rutschten laut Landespolizei mehrere Kubikmeter eines Hanges ab, ein Wohnhaus wurde sicherheitshalber evakuiert, ein Weg gesperrt.