Schüler stirbt beim Football-Training: Vorwürfe gegen Lehrer

Der 22-Jährige starb mitten am Spielfeld, jetzt erheben seine Schullkollegen schwere Vorwürfe.
Autor: APA Chronik, 14.07.2022 um 10:40 Uhr

Ein Wiener Berufsschüler ist bei einem Schulausflug zu einem Schnuppertraining bei den Vienna Vikings gestorben. Mitschüler erheben jetzt Vorwürfe gegen die Lehrkräfte.

Training in der Mittagshitze bei 35 Grad 

Der 22-Jährige war am 30. Juni in der Mittagshitze zusammengebrochen, an diesem Tag soll es 35 Grad gehabt und schattige Plätze für Pausen kaum gegeben haben. Trotzdem hätten die Lehrkräfte das Training nicht abgebrochen, hieß es. Laut Wiener Berufsrettung habe der Berufsschüler einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten, er sei noch an Ort und Stelle verstorben.

Ermittlungen wurden eingestellt 

Laut Polizeisprecher Markus Dittrich hätten sich damals keine Zeugen gemeldet, die Ermittlungen seien eingestellt worden. "Es wurden vor Ort von den Polizisten Erhebungen durchgeführt. Es gab auch eine kriminalpolizeiliche Berichterstattung. Die Staatsanwaltschaft wurde mittels Abschlussbericht auch in Kenntnis gesetzt. Aber eine Obduktion wurde nicht angeordnet", so der Polizeisprecher.

 

Schulkollegen erheben schwere Vorwürfe

Nun machten zwei Schulkollegen den Vorwurf publik, dass sie weder eine Pause machen noch schattige Plätze aufsuchen hätten dürfen. Eine Schülerin, der schwindlig geworden sei, sei etwa von einer Lehrkraft erklärt worden, sie solle "nicht deppert rumsitzen, sondern mitmachen."

Gibt es Konsequenzen für die Lehrer?

Bildungsdirektor Heinrich Himmer verneinte, dass der junge Mann gedrängt worden sei, weiter zu machen. "Das kann ich jetzt so nicht bestätigen. Das sind nicht die Rückmeldungen, die mir die Schule gibt." Er will jetzt den Fall auch auf dienstrechtliche Vergehen hin untersuchen lassen. "Wir sehen, es gibt ja auch unterschiedliche Stellungnahmen dazu vonseiten der Schüler, Schülerinnen, von einzelnen Personen."

 

Schuldirektorin war anwesend 

Die Schule gehe davon aus, "dass sie alles unternommen hat, dass es zur sicheren Veranstaltung wird. Davon gehen wir im ersten Schritt auch aus", unterstrich der Bildungsdirektor. Ein Ersthelfer-Team sei anwesend gewesen, außerdem habe man dazu aufgerufen, Wasser zu trinken. Auch die Schuldirektorin und deren Stellvertreterin seien bei dem Ausflug anwesend gewesen. Künftig müsse man sich ansehen, was bei ähnlichen Veranstaltungen anders gemacht und verbessert werden könnte.

Kein strafbares Verhalten laut Staatsanwaltschaft

Für die Staatsanwaltschaft ist in diesem Fall kein Anfangsverdacht in Richtung fahrlässiger Tötung oder eines sonstigen strafbaren Verhaltens gegeben. Aktuell gibt es daher keine Ermittlungen, teilte Behördensprecherin Nina Bussek mit.