Salmonellen: Welche Ferrero-Produkte sind betroffen?

Der Süßwaren-Riese wusste schon seit Monaten von dem Problem in einer Fabrik. Welche Konsequenzen drohen jetzt?
Autor: APA Chronik, 11.04.2022 um 12:12 Uhr

Schlimmer kann es für einen Süßwarenhersteller kaum kommen: Salmonellen, Werkschließung - und all das eine Woche vor Ostern. Doch der Konzern Ferrero wusste schon seit Monaten von dem Problem in einer belgischen Fabrik. Erst jetzt wurde dem Werk die Lizenz entzogen.

Welche Produkte sind betroffen?

Auch in Österreich werden ausgewählte Chargen von Kinderprodukten vorsorglich zurückgerufen bzw. aus den Regalen in den Supermärkten entfernt. Betroffen sind diese Produkte: Kinder Surprise, Kinder Mini Eggs, Kinder Surprise Maxi und Schoko-Bons, die in Arlon gefertigt wurden. Betroffen von dem Rückruf ist auch das Produkt Kinder Mix Easter Gift Bag.

Milliarden-Gewinne aber keine Verantwortung

Die Gemeinwohlstiftung Comun fordert nun rechtliche Folgen: "Es kann doch nicht sein, dass ein milliardenschwerer Konzern mutmaßlich über Monate hinweg ein ernsthaftes Problem verschweigt und damit durchkommt. Dieser Fall zeigt auf, wieso es endlich Haftungsmöglichkeiten geben muss. Wir lassen jetzt rechtliche Schritte gegen den Konzern prüfen", sagt Veronika Bohrn Mena, Vorsitzende der Gemeinwohlstiftung Comun. "Konzerne wie Ferrero schreiben Milliarden-Gewinne, aber übernehmen keine Verantwortung für ihre Missetaten. Damit muss jetzt Schluss sein", forderte Bohrn Mena.

Erster Fall bereits im Dezember

Bereits am 15. Dezember ist ein Salmonellen-Fall in der Fabrik im belgischen Arlon bekannt geworden. Demnach wurden dort Salmonellen in einem Sieb am Auslass von zwei Rohstofftanks festgestellt. Die daraus gefertigten Produkte seien daraufhin zurückgehalten worden. Der Filter sei ausgetauscht und Kontrollen der unfertigen und fertigen Produkte seien gesteigert worden, so Ferrero. Am Freitag erreichten die inzwischen eingeleiteten Ermittlungen der Lebensmittelbehörden schließlich ihren vorläufigen Höhepunkt. Der Süßwaren-Riese muss die Produktion der seit Tagen im Fokus stehenden Fabrik in Belgien vorerst stoppen.

Meisten Fälle bei Kindern unter 10

105 Salmonellenfällen wurden von der Behörde bestätigt, bei 29 handelt es sich um Verdachtsfälle. Die meisten davon bei Kindern im Alter von unter zehn Jahren. Bestimmte Schokoladenprodukte seien als wahrscheinlicher Infektionsweg identifiziert worden. Das Werk in Arlon dürfe erst wieder öffnen, wenn alle Regeln und Anforderungen der Lebensmittelsicherheit erfüllt seien.

Durchfall, Bauchschmerzen und Erbrechen

Eine Salmonellen-Erkrankung äußert sich innerhalb weniger Tage nach der Infektion mit Durchfall und Bauchschmerzen. Manchmal könne es auch zu Erbrechen und leichtem Fieber kommen. Bei gesunden Menschen klingen die Beschwerden demnach in der Regel nach einigen Tagen wieder ab. In bestimmten Fällen könne es jedoch zu schweren Krankheitsverläufen kommen, insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern, alten Menschen und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem.