Prozess um "Fall Leonie" im Finale

Der "Fall Leonie" sorgte für großen Aufruhr. Die 13-jährige soll von drei Männern unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden sein. Die unfassbaren Taten sollen zu ihrem Tod geführt haben. Heute wird das Urteil im Prozess erwartet.
Autor: APA Chronik, 02.12.2022 um 10:44 Uhr

Im Prozess gegen drei junge Männer aus Afghanistan, die sich im Zusammenhang mit dem Tod einer 13-Jährigen wegen Vergewaltigung mit Todesfolge und schweren sexuellen Missbrauchs am Wiener Landesgericht verantworten müssen, wird am Freitag ein Urteil erwartet. Nach den Schlussplädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung ziehen sich die Geschworenen zur Beratung zurück. Sie müssen u.a. entscheiden, ob es sich bei dem Delikt um Vergewaltigung mit Todesfolge oder um Mord gehandelt hat.

Langjährige Haftstrafe ist möglich

Im Falle eines dahin gehenden Schuldspruches muss der älteste Beschuldigte, der zum Tatzeitpunkt erwachsen war, mit einer Haftstrafe von zehn bis 20 Jahren oder lebenslang rechnen. Bei den beiden anderen geht es bei einer Verurteilung um bis zu 20 Jahre Haft. Mit dem Urteil wird eher in den Abendstunden gerechnet, die Verhandlung ist bis 20.00 Uhr ausgeschrieben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten das Mädchen am 26. Juni 2021 in einer Wohnung in Wien-Donaustadt in Missbrauchsabsicht unter Drogen gesetzt und sich dann an der 13-Jährigen vergangen haben. Das Mädchen überlebte den Drogencocktail nicht. Das Obduktionsgutachten ergab, dass die 13-Jährige infolge von Suchtmittelvergiftung und Ersticken eines gewaltsamen Todes starb.