Auf der Flucht: Polizist soll Freundin erwürgt haben

Die Frau war am späten Mittwochnachmittag von Angehörigen in einem Einfamilienhaus in Deutsch-Brodersdorf in der Marktgemeinde Seibersdorf (Bezirk Baden) aufgefunden worden. Sie dürfte erdrosselt oder erwürgt worden sein.

Auto wurde im Wald entdeckt

Donnerstagmittag lief eine groß angelegte Suche nach dem Verdächtigen im Raum Moosbrunn (Bezirk Bruck a.d. Leitha) an. Dort war noch am Mittwochabend in einem Windschutzgürtel das Auto des 44-Jährigen entdeckt worden. Laut Polizeisprecher Johann Baumschlager waren 75 Beamte örtlicher Dienststellen, der Einsatzeinheit sowie der schnellen Interventionsgruppe aufgeboten.

Suche mit Hunden und Drohnen

An der Suche beteiligt waren zudem drei Diensthunde und zwei Drohnen. Die Hinweise auf ein Gewaltverbrechen hätten sich bestätigt, hatte Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner Donnerstagfrüh auf Anfrage mitgeteilt. Es werde wegen des Verdachts des Mordes ermittelt. Schwaigerlehner verwies auch darauf, dass eine Obduktion angeordnet worden sei. Es gebe in dem Fall keine Hinweise auf eine Gefährdung anderer Personen, sagte der Sprecher weiter.

Mit Dienstwaffe auf der Flucht

Nicht auszuschließen sei, dass der 44-Jährige seine Dienstwaffe bei sich habe. Das Landeskriminalamt Niederösterreich ermittelt. An der Fahndung nach dem in Wien tätigen Polizeibeamten waren auch das Einsatzkommando Cobra und die Bereitschaftseinheit beteiligt.

Der 22. Femizid in diesem Jahr

SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner zeigte sich über den 22. Femizid in Österreich in diesem Jahr betroffen. Fast jeden Monat würden zwei Frauen von ihren Partnern bzw. Ex-Partnern ermordet. "Wir dürfen nicht zur Tagesordnung übergehen. Es braucht dringend nachhaltige Maßnahmen, die diese Gewaltspirale beenden", betonte Holzleitner. Auch NEOS-Frauensprecherin Henrike Brandstötter fordert: "Wir müssen beim Schutz von Frauen endlich mehr machen - schneller und umfassender! Wer das universelle Problem der Männergewalt nicht erkennt, nicht klar benennen kann, der wird auch nicht die richtigen Maßnahmen setzen."

Täter sind immer aus dem nahen Umfeld

In einer Aufzählung der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser sind exklusive des jüngsten Falls 21 Frauen in diesem Jahr mutmaßlich durch den (Ex-)Partner oder männliche Personen mit Naheverhältnissen zu den Opfern getötet worden. Darin inkludiert sind ein Mord/Selbstmord, bei dem ein Abschiedsbrief einen gemeinsamen Entschluss nahelegt, ein weiterer Mord und Suizid eines betagten Ehepaars, ein Todesfall, bei dem der Verdächtige enthaftet wurde, weil ein Verbrechen vorerst nicht eindeutig nachgewiesen wurde, sowie der Tod eines 13-Jährigen Mädchens in Wien nach Verabreichung von Drogen und Vergewaltigung.

Autor: APA Chronik, 21.10.2021