Polizei startet Rekrutierungskampagne

Personalmangel zwingt auch die Exekutive zu einer neuen Rekrutierungskampagne. Die Details.
Autor: APA Chronik, 31.08.2022 um 13:23 Uhr

Eine neue, multimediale Rekrutierungskampagne der Polizei ist am Mittwoch in Wien vorgestellt worden: Das Projekt mit dem Motto "Ich kann's werden" soll einem potenziellen Mangel an zukünftigen Polizisten entgegenwirken. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) nannte als einen Grund für den Start in der Bundeshauptstadt, dass etwa nur 61 statt möglicher 250 Polizeischüler und Polizeischülerinnen am 1. September ihre Ausbildung starten werden.

Da wünsche er sich, dass es dann am 1. Dezember wieder mehr sind, so der Minister bei der Präsentation im Rathaus. Noch ist die Zahl an Exekutivbeamten nicht besorgniserregend, denn rund 31.000 sind es österreichweit - so viele wie noch nie - und 7.400 davon sind in Wien. "In dieser Legislaturperiode werden rund 4.300 zusätzliche Planstellen geschaffen, so ist es im Regierungsprogramm festgelegt worden", sagte Karner.

Pensionierungen steigen an, Nachwuchs fehlt

Bei der Kampagne, sie wurde eng abgestimmt mit der Bundeshauptstadt und der Agentur BBDO Wien umgesetzt, wird nicht auf Prominente oder Models gesetzt. "Im Zentrum der Kampagne stehen nicht spektakuläre Sondereinheiten, sondern die Polizistin/der Polizist in der Polizeiinspektion. Sie sind das Herzstück der Polizei, der Sicherheitsmotor für Österreich und erste Ansprechpersonen für die Bevölkerung", so Karner.

Warum die Rekrutierung nötig ist, erläuterte Wiens Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl. Demnach zeigen die Prognosen "deutlich, dass ohne einen Zuwachs an Interessenten es schwieriger werden wird, die Aufgaben zu meistern". Gab es 2016 in Wien noch 136 Ruhestandsversetzungen, werden für dieses Jahr 185 prognostiziert."Bei den Aufnahmen gibt es hingegen einen Knick, beklagte Pürstl.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sieht in der neuen Kampagne jedenfalls einen "weiteren Schritt in der guten Zusammenarbeit der Stadt Wien mit der Polizei. Sie ist Teil eines Netzwerks von mehr als 40 Organisationen, die miteinander verbunden sind."Es gibt gerade in den letzten drei Jahren besondere Herausforderungen in unserer Zusammenarbeit", so Ludwig unter Hinweis auf die Corona-Situation und in diesem Kontext stattgefundene Demonstrationen.