Neusiedler See: So wenig Wasser wie noch nie

Trocknet der Neusiedler See bald aus? Derzeit liegt der Wasserstand 36 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel.
Autor: APA Chronik, 25.04.2022 um 13:36 Uhr

Der Regen der vergangenen Tage hat beim Wasserstand im Neusiedler See keine Veränderungen bewirkt. Dieser befand sich am Montag mit 115,23 Meter über Adria weiter auf einem historischen Tiefstwert.

Kein Regen in der Region

Gebracht hat das nasse Wetter vor allem deshalb nichts, weil es in der Region rund um den See nicht stark geregnet habe, sagte Karl Maracek, Leiter des Referats Hydrographie im Land Burgenland. Auch Langzeitprognosen stimmen nicht optimistisch. Der Wasserstand sei "extrem niedrig", betonte Maracek. Im Vorjahr war er um diese Zeit 24 Zentimeter höher. Seit 1965 war Ende April nie weniger Wasser im Neusiedler See als momentan.

Niedrigster Wert aller Zeiten

Zum langjährigen Mittel fehlen dem See derzeit 36 Zentimeter und auch der bisher niedrigste Wert aus dem Jahr 1991 lag immerhin zehn Zentimeter höher. Am höchsten war der Wasserstand Ende April 1996. Damals war er 70 Zentimeter höher als heute. Dass man vor dem Hintergrund dieser Zahlen nicht von einem "Normalbetrieb" im Sommer ausgehen könne, liege auf der Hand, meinte Maracek.

Trockenheit und Hitzewellen

Gründe für den niedrigen Wasserstand sind die hohen Temperaturen, die Hitzewellen im Sommer und die Trockenheit der letzten Monate. Auswirkungen hat der Wasserstand natürlich auch auf die Segler. Viele Segelbootbesitzer warten derzeit noch ab, ob es sich überhaupt lohnt, dieses Jahr das Boot ins Wasser zu kranen. Einzelne haben ihre Liegeplätze bereits zurückgegeben. 

Düstere Zukunftsprognosen

Wie es für den See in den kommenden Wochen weitergehe, sei in Hinblick auf das Wetter schwer abzuschätzen. Langfristige Prognosen "schauen nicht sehr günstig aus", betonte Maracek.