Linzer Vergewaltigung: Täter leugnen oder schweigen

Die U-Haft für die drei 15-jährigen Afghanen und einen 14-Jährigen aus dem Iran wurde verlängert.
Autor: APA Chronik, 14.04.2022 um 13:28 Uhr

Der Fall einer brutalen Vergewaltigung einer 16-jährige Schülerin in der Nähe des Linzer Hauptbahnhof schockierte das Land. Jetzt dürfte die U-Haft für die tatverdächtigen drei 15-jährigen Afghanen und einen 14-Jährigen aus dem Iran verlängert werden. Nach zwei Wochen war am Mittwoch die erste gerichtliche Haftprüfungsverhandlung anberaumt, bestätigte die Staatsanwaltschaft Linz.

Videos wurden ausgewertet

Bei den Ermittlungen hat die Polizei inzwischen die Aufnahmen mehrerer Überwachungskameras am Hauptbahnhof ausgewertet, die aber laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft Ulrike Breiteneder nur Teile des Geschehens und dies ohne Ton zeigen. Demnach kam das spätere Opfer am späteren Nachmittag des 30. März mit der Straßenbahn am Hauptbahnhof an. Die 16-Jährige schaute kurz auf ihr Handy und ging dann auf eine Gruppe Burschen zu, in der sich auch einer der mutmaßlichen Täter befand.

Nicht mit Gewalt zum Tatort gebracht

Dann ging man getrennt aus dem Bild. Anzeichen von Gewalt sind auf den Aufnahmen keine zu sehen. Das spätere Opfer dürfte somit nicht mit Gewalt vom Bahnhof zum Tatort in dem ehemaligen Postverteilzentrum verschleppt worden sein. Es gibt auch keine Zeugen, die eine solche Szene beobachtet hätten. Weil das Areal des Hauptbahnhofes ein belebter Ort ist, scheint es unwahrscheinlich, dass dies niemand bemerkt hätte.

Schülerin hatte Kontakt zu einem Täter

Die Ermittlungen ergaben auch, dass die Schülerin Tage vor der Tat mit einem der späteren Verdächtigen über ein soziales Netzwerk in Kontakt stand. Diese App löscht jedoch die Kommunikation sofort, somit könne über den Inhalt nichts mehr gesagt werden, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Die Befragung des Opfers, die in Form einer kontradiktorischen Einvernahme vorgesehen ist, soll nach Ostern stattfinden.

Vier Verdächtige sind nicht geständig

Zwei der mutmaßlichen Täter beteuern, die sexuellen Handlungen seien einvernehmlich erfolgt. Der dritte will nur zugesehen haben, der vierte schweigt.