Lebenslang für Mord an Ex-Freundin und deren Mutter

Weil die Familie gegen die Beziehung war erschoss ein 52-Jähriger Mutter und Tochter mit elf Schüssen.
Autor: APA Chronik, 29.07.2022 um 10:19 Uhr

Ein 52-Jähriger Mann ist wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der ehemalige Detektiv gestand, seine 50-jährige Ex-Freundin und deren 76-jährige Mutter am 5. Mai 2021 in Wals-Siezenheim erschossen zu haben. Er wurde in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähige Rechtsbrecher, eingewiesen.

Geschworene waren sich einig

Die Geschworenen haben die Frage, ob es sich um einen Doppelmord gehandelt hat, einstimmig mit "Ja" beantwortet. Das Gericht bezeichnete den hohen Einsatz an Gewalt bei der Tat und die Tötung von gleich zwei Personen als einen besonderen Erschwernisgrund. Zwei Opfer-Angehörigen wurde ein Teilschmerzensgeld von insgesamt 90.000 Euro zugesprochen.

Täter fühlte sich zurückgewiesen 

Richter Philipp Grosser sagte, das Gericht sei zu der Erkenntnis gekommen, dass das Tatmotiv auch in der Zurückweisung des Angeklagten durch die 50-Jährige gelegen sei. "Unter dem Aspekt der generalpräventiven Verhinderung von Frauenmorden kommt dem Urteil eine abschreckende Wirkung zu. Dieser Umstand wurde bei der Strafbemessung auch berücksichtigt", so Gerichtssprecher Peter Egger.

Verteidiger: "Emotionale Explosion"

Der Verteidiger sah in der Tat eine "emotionale Explosion" des Mannes, weil die Mutter und der Bruder der 50-Jährigen gegen die Liaison gewesen seien. Die Staatsanwältin sprach von einer planvollen Vorgehensweise und einer Abrechnung.

Familie war gegen die Beziehung

Der Angeklagte habe mit der 50-Jährigen abgerechnet, weil sie Vorbehalte gegen die Beziehung gehabt habe. Sie sei nicht bereit gewesen, vor ihrer Familie Partei für den Beschuldigten zu ergreifen. In E-Mails habe sich die Frau auch über das aufdringliche Verhalten des Mannes beschwert. "Sie hat sich nicht ohne Grund verfolgt gefühlt."

Beziehungsende war der Auslöser

Aber ein "Nein" sei für den Salzburger keine Option gewesen, meinte Rieder. Der Mann habe am späten Abend eine Stunde lang gewartet, bis die 50-Jährige nach Hause zurückkehrte. Zwei Pistolen und 106 Schuss Munition lagen in seinem Wagen. "Er hat sich bewusst entschieden, eine Waffe zu nehmen. Er lauerte ihr mit geladener Pistole auf und verschoss dann das ganze Magazin." Danach habe er das Magazin gewechselt und der Frau noch einmal in den Kopf geschossen.

11 Schüsse auf Frau und deren Mutter

Der damals 51-jährige Angeklagte war um 22.30 Uhr zu dem Einfamilienhaus gefahren, in dem die Freundin wohnte. Das Haus der Mutter und das Bruders lagen gegenüber. Zunächst soll es zu einem verbalen Streit mit der Mutter gekommen sein. Diese habe ihn massiv beleidigt und versucht, ihn aus dem Haus der Tochter zu boxen, schilderte der Salzburger bei dem Prozess. Aus kurzer Distanz gab er elf Schüsse aus seiner Glock-Pistole Kaliber 7,65 mm ab. Drei Schüsse trafen die Mutter, sieben die Tochter. Die Frauen verbluteten.

Täter war ein "Love Bomber"

"Wir haben es mit einer Hinrichtung durch einen gekränkten Narzissten zu tun", sagte Rieder, der den Täter als "Lover Bomber" bezeichnet. "Das bedeutet, jemanden mit Liebe zu überschütten, den anderen emotional abhängig zu machen. Das macht es den Opfern schwer, sich aus der Beziehung zu befreien."