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Gewessler bei einer Rede.
Leonore Gewessler in Dubai.
Leonore Gewessler in Dubai.
APA/BMK

Österreich: 35 Millionen Euro für Klimaanpassung

10.12.2023 um 09:04, APA, Red
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WWF Klimasprecher lobt Österreichs 35 Millionen Euro Zusage für Klimaanpassung, betont jedoch den unterschätzten Bedarf an globalen Anpassungsmaßnahmen.

Bei ihrer Rede im "High-Level-Segment" hat Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Samstag vor dem Plenum der UNO-Klimakonferenz in Dubai bekanntgegeben, dass Österreich 35 Millionen Euro für Frühwarnsysteme und zur Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen zur Verfügung stellen wird. Davon geht der Großteil mit 20 Millionen Euro an den "Adaptation Fund". Die OPEC sorgte zuvor mit einem Statement gegen den Ausstieg aus fossiler Energie für einen erneuten Disput.

Fossile Energie blockieren

Die Organisation Erdöl-exportierender Länder (OPEC) rief dazu auf, jegliche Beschlüsse gegen fossile Energien zu blockieren. Es sei "widerwärtig", dass sich die OPEC-Länder ehrgeizigen Beschlüssen bei den Klimaverhandlungen entgegenstellten, reagierte die Umweltministerin des derzeitigen EU-Ratsvorsitz-Landes Spanien, Teresa Ribera.

OPEC nicht hilfreich

EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra sagte, viele, ihn eingeschlossen, hätten das Schreiben des OPEC-Generalsekretärs als nicht hilfreich empfunden. Es stehe nicht im Einklang mit "der sehr dramatischen Lage", in der sich die Welt beim Klima befinde. "Wir sind nicht hier, um grundsätzlich auf unsere eng definierten nationalen oder finanziellen Interessen zu achten", sagte Hoekstra in einem Reuters-Interview. "Wir sind hier, um zu tun, was richtig ist für die Zukunft der Welt."

Weltklimakonferenz 2024 in Aserbaidschan

Der Streit um den nächsten Gastgeber der COP wurde indes beendet, die nächste Weltklimakonferenz 2024 wird in Aserbaidschan stattfinden. Am Samstag wurde ein allgemeiner Konsens darüber erzielt, dass die zwischen Kaspischen Meer und dem Kaukasus liegende ehemalige Sowjetrepublik der Gastgeber des UNO-Klimagipfels COP29 im nächsten Jahr sein soll, sagte der Umweltminister des Staates, Mukhtar Babayev.

Osteuropäische Länder als Gastgeber

Zuvor hatte Armenien die Kandidatur des Nachbarlandes blockiert. Bei einer Annäherung zwischen den beiden verfeindeten Staaten erklärte Armenien aber nun, den aserbaidschanischen Antrag auf die Ausrichtung zu unterstützen. Nach dem Rotationsprinzip der Klimakonferenz ist im kommenden Jahr regulär eine Gruppe osteuropäischer Länder als Gastgeber dran. Dort gab es zuvor lange Diskussionen. Auch Russland begrüßte die Einigung auf Aserbaidschan.

"Adaption Fond"

Was Österreichs Beitrag zum "Adaption Fond" betrifft, so unterstützt dieser konkrete Anpassungsprojekte in Ländern des globalen Südens, die besonders von der Klimakrise betroffen sind. Zwölf Millionen Euro sollen an das World Food Programm für Maßnahmen in der Sahel-Zone gehen, die verbleibenden drei Millionen an "CREWS - Climate Risk Early Warning Systems". CREWS ist ein Finanzierungsmechanismus, der Projekte in den am wenigsten entwickelten Ländern (LDC) und kleinen Inselstaaten unter den Entwicklungsländern (SIDS) finanziert, um klimawandelverursachte Frühwarndienste einzurichten.

Planet muss geschützt werden

"Anpassung ist wichtig - nur ist eines klar: Wenn wir die Klimakrise nicht bekämpfen, dann kommt der Moment, wo eine Anpassung nicht mehr möglich ist. Es sind fossile Brennstoffe die unser Klima anheizen. Deshalb sind wir vor allem auch gefordert eine echte Energietransformation einzuleiten. Rein in die Erneuerbaren - und schnell und konsequent raus aus den Fossilen. Nur so schützen wir unseren einzigen Planeten, auf dem wir alle leben", betonte Gewessler in ihrer Rede.

Anpassungsfinanzierung verdoppelt

"Die Anpassung an die Folgen der Klimakrise ist bisher das vernachlässigte Stiefkind auf den Weltklimakonferenzen. Die internationale Gemeinschaft unterschätzt nach wie vor das Ausmaß an Anpassungsmaßnahmen, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf uns zukommen wird. Der aufgestockte österreichische Beitrag ist daher ein wichtiger Schritt hin zum Ziel, die Anpassungsfinanzierung zu verdoppeln", so WWF Klimasprecher Thomas Zehetner.

Neuer Fond

Angesichts des neu eingerichteten Fonds für Verluste und Schäden zu Beginn der COP28 sei die österreichische Regierung nun auch am Zug, sich den internationalen Vorreitern anzuschließen und einen Beitrag für diesen neuen Fonds zu leisten, forderte der WWF Österreich. Auf der Klimakonferenz in Glasgow hat sich die Weltgemeinschaft darauf geeinigt, die Anpassungsfinanzierung zu verdoppeln, erinnerte Greenpeace in einem Statement gegenüber der APA. "Der angekündigte Beitrag von Österreich mit 35 Millionen Euro ist ein bedeutender Schritt, um dieses Versprechen mit Leben zu füllen. Einen Beitrag zum Finanztopf für klimabedingte Schäden und Verluste bleibt Österreich vorerst aber noch säumig", so Jasmin Duregger, Klima- und Energieeexpertin bei Greenpeace in Österreich.

Beitrag auf 160 Millionen aufgestockt

Dafür gab das Umweltministerium im April dieses Jahres bekannt, den österreichischen Beitrag für den Green Climate Fund (GCF) zu erhöhen. Die Mittel zur Wiederauffüllung für die kommende Periode von 2024 bis 2027 werden auf 160 Millionen Euro aufgestockt. In der laufenden Periode waren es demnach 130 Millionen Euro. "Damit gibt Österreich als erster Staat weltweit die Wiederaufstockung des Green Climate Fund bekannt", hieß es. Die Menschenrechts-NGO Südwind begrüßte Österreichs Zusage zum Klimawandel-Anpassungsfonds.

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