Klimaaktivisten sollen Kosten für Polizeihubschrauber zahlen

Klimaaktivisten der "Letzten Generation" üben massive Kritik an der Wiener Polizei.
Autor: APA Chronik, 30.11.2022 um 12:40 Uhr

Vier Personen, die sich am Rande des weltweiten Klimastreiks im September am Ring in der Wiener Innenstadt festgeklebt hatten, sollen nun finanziell für den personellen Einsatz und den Gebrauch eines Helikopters aufkommen. Der Kostenpunkt liegt bei über 1.550 Euro pro Person, wie Florian Wagner von der "Letzten Generation" am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte.

Aktivisten: „Einsatz des Helikopters nicht logisch“

Die Klimaaktivisten stellten den teuren Einsatz des Helikopters am 23. September infrage. "Logische Gründe dafür gab es nicht: der Verkehr war aufgrund der Demonstration bereits umgeleitet. Die Route der Demonstration wurde nicht behindert." Auf einen auf der am Boden festgeklebten Demonstranten seien mehr als zehn Polizeibeamten gekommen. "Und das, obwohl die Menschen der 'Letzten Generation' sich aus Prinzip nicht wehren, nicht flüchten und auf Verlangen ihren Ausweis zeigen."

Stellungnahme der Wiener Polizei

Das Verrechnen von Einsätzen sei im Sicherheitspolizeigesetz vorgesehen, wenn sich Personen grob fahrlässig einer Gefahr aussetzen, die ihr Leben oder ihre Gesundheit betreffen, wie dem Festkleben auf einer stark frequentierten Fahrbahn. Verrechnet würde der gesamte Einsatz, nicht die Verwendung eines bestimmten Einsatzmittels, hieß es am Mittwochnachmittag in einer Stellungnahme der Wiener Polizei.

In derartigen Situationen sei die Verwendung eines Hubschraubers notwendig, um die gesamte Verkehrslage einschätzen und speziell Rettungsfahrzeuge im Einsatz umleiten zu können. Am 23. September wäre dies laut Exekutive zweimal notwendig gewesen.

Klimastreiks gehen entschlossen weiter

"Die festgeklebten Personen mussten in weiterer Folge durch die WEGA-Kräfte mit einem Spezialmittel vom Asphalt gelöst werden", heißt es in der Anzeige, die der APA vorliegt. Die Verkehrsüberwachung der "Klebeaktion", so die Bezeichnung in der Anzeige, sei vom Polizeihubschrauber Libelle durchgeführt worden.

"Ging es bei dem Großeinsatz mit Helikopter letztendlich nur darum, die Kosten möglichst hoch zu treiben, um dann diese Kosten zur Einschüchterung verzweifelter Bürger zu nutzen", fragten sich die Aktivisten. Die Gruppierung im Kampf gegen die Klimakrise will trotz Strafe entschlossen weitermachen.

Rund 12.000 Teilnehmende waren dem Streikaufruf der Fridays For Future (FFF) im September in Wien gefolgt und haben am elften globalen Klimastreik teilgenommen.

Aktivisten der "Letzten Generation" kleben sich regelmäßig zu Wochenbeginn auf Fahrbahnen fest und fordern unter anderem Tempo 100 auf den Autobahnen und ein Verbot neuer Öl- und Gasbohrungen. Mittlerweile verlagerten sich die Proteste auch in die Bundesländer.