Isolation: Erster Affenpocken-Fall in Wien bestätigt

Der Patient liegt in der Isolationsabteilung der Klinik Favoriten.
Autor: APA Chronik, 23.05.2022 um 10:28 Uhr

"Das Laborergebnis des Patienten, der als Verdachtsfall zu uns kam, hat bestätigt, dass er Pocken positiv ist. Die Sequenzierung, um welche Form der Pocken es sich handelt, erfolgt jetzt noch", sagte die Sprecherin des Wiener Gesundheitsverbundes (Wigev). "Mit aller Wahrscheinlichkeit nach werden es Affenpocken sein." Analysiert wurde die Probe von der Veterinärmedizinischen Universität.

Typische Pusteln im Gesicht

Ein 35-Jähriger wurde in der Nacht auf Sonntag mit typischen Symptomen wie leichtem Fieber und Pusteln im Gesicht in eine Klinik in Wien-Favoriten eingeliefert. "Es geht ihm soweit gut, er ist stabil. Er hat die Hautveränderungen, er hat leichte Grippesymptome", sagte Brenner-Küng zum Gesundheitszustand des Mannes. Laut einem Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) befindet sich der Patient auf der Isolierstation.

100 bestätigte Fälle weltweit

Laut WHO gibt es rund 100 bestätigte Infektionen und 30 Verdachtsfälle weltweit. In Deutschland sind inzwischen drei Fälle der Viruserkrankung bekannt geworden, einer in München und zwei in Berlin.

Keine Pandemie erwartet

Die Virologin Monika Redlberger-Fritz meint im "Ö1-Morgenjournal", dass man sich derzeit keine allzu großen Sorgen machen muss. Die Krankheit sei "nicht so leicht" von Mensch zu Mensch übertragbar, doch über die Häufung der Pockenfälle zeigte sich selbst die Expertin überrascht. 

Zwei bis vier Wochen ansteckend

Die Krankheit verlaufe in zwei Phasen, so die Virologin. Die erste Phase sei "sehr unspezifisch" und zeige sich bei Betroffenen mit Fieber, Rückenschmerzen und Lymphknotenschwellungen, was rund zwei Tage andauere. Dann beginne der Ausschlag mit Beulen, die dann zu Bläschen und Pusteln würden. Etwas später würden diese verkrusten. Das alles dauere bis zu vier Wochen, "man ist im gesamten Krankheitsverlauf ansteckend", so Redlberger-Fritz. Im Vergleich zu Feuchtblattern gebe es dabei keine verschiedenen Entwicklungsstadien der Pusteln, bei Affenpocken verliefen alle gleich.