Immer mehr Fälle von Affenpocken auch in Europa

Ausbrüche in Großbritannien, Portugal, Spanien, Italien und Frankreich sorgen für Alarm.
Autor: APA Chronik, 20.05.2022 um 10:34 Uhr

Immer mehr Länder in Europa melden Fälle von Affenpocken: In Spanien sind es sieben Fälle und 22 Verdachtsfälle, alle in der Region Madrid. In Belgien und Italien wurde ein erster Fall von Affenpocken nachgewiesen. In Frankreich gibt es ebenfalls einen ersten bestätigten Fall und in Portugal stieg die Zahl der Infektionen auf insgesamt 14 Fälle.

Noch kein Fall in Österreich

In Österreich wurde bisher noch kein Fall nachgewiesen, gab das Gesundheitsministerium bekannt. Allerdings befindet sich Österreich dazu "in einem intensiven internationalen Austausch und evaluiert die Lage weiterhin laufend", so das Ministerium. Derzeit wird die Umsetzung der Meldepflicht der Affenpocken geprüft.

Symptome: Fieber und Hautausschläge

Die Affenpocken werden durch ein Virus ausgelöst, das Fiebersymptome sowie einen charakteristischen Hautausschlag verursacht. Es verbreitet sich durch engen Kontakt, sowohl durch Übertragungen von Tieren als auch - wenn auch seltener - zwischen Menschen. Es wurde 1958 erstmals bei Affen gefunden, Nagetiere gelten inzwischen vermutlich als Hauptwirt.

10 Prozent der Fälle verlaufen tödlich

Die Krankheit verläuft in der Regel mild, obwohl es zwei Hauptstämme gibt: den Kongo-Stamm, der schwerwiegender ist - mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu zehn Prozent - und den westafrikanischen Stamm, der in etwa ein Prozent der Fälle tödlich verläuft. Die Fälle in Großbritannien werden dem westafrikanischen Stamm zugeordnet.

Keine Epidemie wie bei Covid erwartet

Jimmy Whitworth, Professor für internationale öffentliche Gesundheit an der London School of Hygiene and Tropical Medicine, bezeichnete die Ausbreitung als "höchst ungewöhnlich", riet aber auch dazu, nicht in Panik zu verfallen: "Das wird keine landesweite Epidemie auslösen, wie es bei Covid der Fall war, aber es handelt sich um den ernsten Ausbruch einer ernsten Krankheit - und wir sollten ihn ernst nehmen." 

Bei Symptomen unverzüglich zum Arzt

Personen mit "verdächtigen Symptomen" wie Hautausschlägen wurden aufgefordert, direkten Körperkontakt mit anderen zu vermeiden. Das Robert-Koch-Institut riet dazu, dass bei verdächtigen Symptomen - insbesondere bei Reiserückkehrenden aus (West-)Afrika - eine Affenpockeninfektion in Betracht gezogen werden sollte. Da es sich bei vier der Fälle in Großbritannien um Männer handelt, die Sex mit Männern haben, sollten auch Männer mit ungewöhnlichen Hautveränderungen und Läsionen, die Sexualkontakte zu anderen Männern hatten, unverzüglich zum Arzt gehen.