Höchststrafe: Vater missbrauchte jede seiner drei Töchter

Der 41-jährige Kärntner soll alle seine drei Töchter sexuell missbraucht haben, der heute 12-jährige Bruder musste teilweise zusehen.
Autor: APA Chronik, 25.11.2022 um 10:21 Uhr

Weil er seine drei Töchter jahrelang schwer sexuell missbraucht haben soll, wurde ein 41-jähriger Kärntner heute vom Landesgericht Klagenfurt verurteilt. 

Unzählige Übergriffe über Jahre

Die Anklage wirft ihm unzählige Übergriffe über Jahre hinweg vor. Die Töchter des Mannes sind heute 19, 16 und sieben Jahre alt. Laut Anklage waren die Mädchen zum Tatzeitpunkt jünger als 14 Jahre, die jüngste Tochter sei zu Beginn der Übergriffe überhaupt erst fünf Jahre alt gewesen. Der Angeklagte gab lediglich eine Tat zu, alle anderen stellte er in Abrede. Staatsanwältin Denise Ebner listete in ihrem fast halbstündigen Anklagevortrag nicht nur die Taten auf, die dem Mann zur Last gelegt werden, sondern auch die Folgen, die diese gehabt hätten.

"Mit Ehefrau verwechselt"

Der 41-Jährige räumte eine Tat zwar ein, wollte aber jeden Aspekt daran abschwächen. Seine Ehefrau, mit der derzeit die Scheidung läuft, habe ihre "Ehepflichten nicht erfüllt". Außerdem sei er so schwer betrunken gewesen, dass er seine Frau nicht mehr von seiner Tochter unterscheiden habe können, die Tat sei außerdem nicht so drastisch gewesen wie von der Staatsanwältin geschildert und schließlich habe die damals Zwölfjährige auch eingewilligt. Sein Verteidiger meinte, es gebe "massive Zweifel" an den Aussagen der Kinder.

Sohn musste die Taten beobachten

Alle Betroffenen leiden an schweren, posttraumatischen Belastungsstörungen, auch der heute zwölfjährige Sohn des Angeklagten. Aufgeflogen war die Sache, als sich der Bub seiner Tante anvertraut hatte. Er sagte, dass er die Übergriffe teilweise mitansehen habe müssen. Er hat seither mit schweren psychischen Problemen zu kämpfen, hat begonnen, sich selbst zu verletzen und in der Vergangenheit schon konkrete Suizidpläne gefasst. Ebner bezeichnete die Opfer als absolut glaubwürdig, der Angeklagte habe in Untersuchungshaft außerdem einen Brief an seine Eltern geschrieben, der wohl als Geständnis zu werten sei.

Zu Höchststrafe verurteilt

Wie Richter Gernot Kugi, der dem Schöffensenat vorsaß, in seiner Urteilsbegründung sagte, gebe es keinen Zweifel an der Schuld des Mannes. Das Urteil stütze sich auf die Aussagen der Kinder: "Es waren schwerste sexuelle Übergriffe, systematischer schwerer sexueller Missbrauch." Und weiter: "Ungeachtet Ihrer Unbescholtenheit gibt es für Sie nur die Höchststrafe." Das Urteil ist nicht rechtskräftig.