Einführung von Gewaltambulanzen zur Beweissicherung

Im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Kindern sollen in eigenen Ambulanzen Beweise und Spuren dokumentiert werden.
Autor: APA Chronik, 06.12.2022 um 12:59 Uhr

Die Regierung hat am Dienstag anlässlich der weltweiten Initiative „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ bei einem Gewaltschutzgipfel in Wien angekündigt, dass in Österreich Gewaltambulanzen eingeführt werden sollen. Damit könne die Verurteilungsrate verdoppelt werden, sagte Justizministerin Alma Zadic (Grüne). Außerdem wurde auf bereits getroffene sowie geplante Maßnahmen zur Gewaltprävention hingewiesen.

Für Beweissicherung wichtig

In Gewaltambulanzen werden Verletzungen nach Gewalt dokumentiert und Spuren gesichert, sodass sie in Gerichtsverfahren als Beweise verwendet werden können. Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) sieht als „Schlüssel im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Kindern“, dass die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ressorts - Innen-, Justiz-, Frauen- und Sozialministerium - verstärkt worden ist. Sie zitierte aus einer Studie zu Femiziden, wonach 40 Prozent der Femizide von Tätern mit Migrationshintergrund begangen werden. „Hier gibt es Handlungsbedarf“, sagte Raab.

Die Zahlen werden nicht achselzuckend zur Kenntnis genommen. Wir setzen unsere Mittel für Gewaltprävention ein. – Sozialminister Johannes Rauch

Fälle verdreifacht

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) berichtete, dass heuer bis Ende November mehr als 13.300 Betretungs- und Annäherungsverbote gegen Gewalttäter ausgesprochen worden sind. Außerdem wurden mehr als 10.000 Gefährder zur Gewaltprävention vorgeladen und knapp 170 sicherheitspolizeiliche Fallkonferenzen bis Ende November durchgeführt - „das ist beinahe eine Verdreifachung“, berichtete Karner. Laut dem Innenminister gab es heuer bereits 27 Femizide, bei drei Opfern war der Täter mit einem Betretungs- oder Annäherungsverbot belegt.