Jeder vierte Österreicher rechnet heuer noch mit Blackout

80 Prozent der Bevölkerung stufen einen anhaltenden Stromausfall als (sehr) gefährlich ein. Angst haben die Menschen vor steigender Kriminalität, Plünderungen und Lebensmittelknappheit.
Autor: APA Chronik, 24.11.2022 um 16:39 Uhr

Ein Viertel der österreichischen Bevölkerung rechnet damit, dass es noch heuer zu einem Blackout kommen könnte. 63 Prozent halten den großen Stromausfall generell für ein realistisches Szenario. Vorgesorgt hat laut eigenen Angaben bisher mehr als die Hälfte. Das geht aus einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervor

Angst vor Kriminalität & Lebensmittelknappheit

35 Prozent sind der Meinung, ein Blackout könnte im Lauf der nächsten zwölf Monate eintreten, innerhalb der nächsten drei Jahren erwartet sogar knapp die Hälfte einen länger dauernden Stromausfall. Acht von zehn Befragten halten den Krisenfall rund um Strom für gefährlich, ein knappes Drittel sogar sehr. Angst hat davor mit 30 Prozent ein knappes Drittel der Bevölkerung. 40 Prozent haben eher geringe bzw. gar keine Angst.

Ein Anstieg der Kriminalität wie Plünderungen (24 Prozent), keine Heizung (18 Prozent), Lebensmittelknappheit (13 Prozent) und keine Kommunikationsmöglichkeit (12 Prozent) sind die Hauptsorgen. Nur sieben Prozent schätzen ein Blackout als eher oder sehr ungefährlich ein. 70 Prozent sehen aber auch einen "Hype" und Geschäftemacherei. 68 Prozent orten viele Fake News in diesem Zusammenhang.

Lebensmittel werden gebunkert

Etwa jeder zweite Befragte gab an, dass im Haushalt bereits Vorsorgemaßnahmen getroffen wurden. Zu den Vorräten zählen vor allem Lebensmittel (60 Prozent), Wasser (37 Prozent) und Gaskocher bzw. -griller (22 Prozent). Vier von zehn Befragten gaben an, bis zu einer Woche mit ihrem Essensvorrat auszukommen, nur drei Prozent glauben, dass die Vorräte lediglich für einen Tag reichen. 41 Prozent würden "sehr wahrscheinlich" und 44 Prozent "eher wahrscheinlich" Nachbarschaftshilfe leisten.

Aufholbedarf bei Familientreffpunkten

Absprachen zu Treffpunkten im Notfall wurden hingegen erst von 18 Prozent vereinbart, Notgepäck mit Dokumentenmappe haben nur 16 Prozent vorbereitet, ebenso haben erst 16 Prozent Vorkehrungen für IT-Sicherheit getroffen. "Aufholbedarf besteht sicherlich beim Vereinbaren von Treffpunkten und wie alle Mitglieder zurück in den Haushalt finden", sagte Studienautor Alexander Zeh von Ipsos Austria. Denn das Licht könnte auch ausgehen, wenn sich nicht alle Familienmitglieder in den eigenen vier Wänden aufhalten.