Extreme Hitze im Westen der USA

Bis zu 44 Grad in Las Vegas, sowie Burbank und rund 50 Grad im Death-Valley. Der US-Westen stöhnt wegen einer Hitzewelle.
Autor: APA Chronik, 02.09.2022 um 10:03 Uhr

Mit extremer Sommerhitze hält der September in Kalifornien Einzug. Seit Tagen warnen die Behörden vor möglichen Rekordtemperaturen, die bis Mitte kommender Woche über 40 Millionen Menschen in dem Westküstenstaat und benachbarten Regionen drohen. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hatte bereits am Mittwoch vorsorglich den Notstand ausgerufen, um auf diese Weise Hilfsmaßnahmen und Ressourcen bereitzustellen.

Schon an dem Tag waren in Burbank 44 Grad Celsius gemessen worden - ein Rekord für die Tageshöchsttemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1939 für diesen Standort nördlich von Los Angeles.

50 Grad+ im Death Valley

Für das kalifornische Death Valley, das für seine unglaubliche Hitze berüchtigt ist, wurden für das Wochenende Temperaturen von über 50 Grad Celsius vorhergesagt. Das "Tal des Todes" hat auch den Weltrekord für den heißesten Platz der Erde inne. Am 10. Juli 1913 wurden dort 134 Grad Fahrenheit (56,7 Grad Celsius) registriert, teilt der Death Valley Nationalpark auf seiner Webseite mit.

Rund eineinhalb Autostunden von Las Vegas (Nevada) entfernt, ist das Death Valley der heißeste, trockenste Ort und mit bis zu 86 Metern unter dem Meeresspiegel eine der tiefsten Stellen in den USA. Die Form des schmalen Beckens trägt dabei maßgeblich zu den Temperaturen bei, denn die steilen Berge drumherum strahlen die Hitze zurück ins Tal. Zudem sorgen die klare und trockene Luft sowie der spärliche Bewuchs von Pflanzen dafür, dass sich der Boden stark erwärmt.

Hot Vegas und Energieknappheit

Auch in der Casino-Stadt Las Vegas, wo zu dieser Jahreszeit 37 Grad Celsius normal wären, könnten die Temperaturen am Wochenende auf über 44 Grad ansteigen, warnen die Meteorologen.

Gouverneur Newsom warnte vor Engpässen bei der Energieversorgung und rief die Einwohner des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates zum Stromsparen auf, etwa sollten sie ihre Klimaanlagen nicht auf niedrigste Temperaturen einstellen. Bei großer Sommerhitze laufen die Klimaanlagen gewöhnlich auf Hochtouren, was zu Engpässen mit vorübergehenden "Blackouts" führen kann. Dann wird in verschiedenen Bezirken kurzzeitig der Strom ganz abgeschaltet.

Auch die Sorge vor weiteren Waldbränden nimmt zu. Nach einem fast regenlosen Sommer sind viele Gebiete in Kalifornien stark ausgetrocknet und leicht entzündbar. Wissenschafter sehen es als erwiesen an, dass die Klimakrise Wetterextreme wie Trockenheit und Hitze verschärft, die zu heftigeren Waldbränden beitragen. Bei Temperaturen von über 42 Grad Celsius kämpften am Donnerstag knapp 400 Feuerwehrleute gegen das sogenannte "Route Fire" nördlich von Los Angeles an. 550 Gebäude seien in dem Brandgebiet von den Flammen bedroht, teilten die Behörden mit.