Bereits acht Kinder sind heuer aus dem Fenster gestürzt

Am Dienstag ist ein Dreijähriger in Wien und am Mittwoch eine Zweieinhalbjährige in Linz aus dem Fenster gestürzt – beide wurden schwer verletzt. Damit hatten 2022 bereits acht Mädchen und Buben im Kleinkindalter einen Unfall dieser Art.
Autor: APA Chronik, 25.05.2022 um 13:08 Uhr

Alle diese schrecklichen Unfälle liefen ähnlich ab. Allein beziehungsweise mit Geschwistern im Zimmer oder bevor die Eltern reagieren konnten, gelangten die Kinder ans Fenster und stürzten hinab – teilweise aus großer Höhe.

Durch das Fliegengitter

In einigen Fällen lehnten sich die Kleinen gegen ein montiertes Insektengitter, das den Sturz aber weder zu verhindern noch zu mildern vermag. Der Wiener Bub spielte mit seiner Schwester im Kinderzimmer und lehnte sich bei geöffnetem Fenster gegen das Fliegengitter, das nachgab. Er wurde mit dem Verdacht auf innere Verletzungen in ein Krankenhaus geflogen. Die zweieinhalbjährige Linzerin war von den Eltern unbemerkt zum Fenster geklettert, hatte es geöffnet und war – ebenfalls durch ein Fliegengitter – hinausgefallen. Sie wurde am Mittwoch auf der Intensivstation behandelt.

13 Kinder in den letzten 10 Jahren gestorben

Erst am Sonntag waren zwei Mädchen – eineinhalb und vier Jahre alt – jeweils bei einem Fenstersturz in Oberösterreich verletzt worden, eine weitere Oberösterreicherin fiel im Februar aus dem Fenster wie auch ein Zweijähriger aus Wiener Neustadt. Einer zweijährigen Wienerin und einem dreijährigen Kärntner wurde heuer ebenfalls schon ein geöffnetes Fenster zum Verhängnis.

Damit sind heuer bereits acht Kinder in Österreich aus dem Fenster gestürzt, im Vorjahr waren es laut Aufzeichnungen des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) insgesamt zehn. Im Durchschnitt ereigne sich in Österreich alle vier bis fünf Wochen ein Fenstersturz eines Kindes, 13 seien in den vergangenen zehn Jahren in der Folge gestorben, so das KFV.

Fenster sichern, Kletterhilfen entfernen

„Wir appellieren daher dringend an Eltern, beim Lüften ganz besonders achtsam zu sein und präventive Vorsichtsmaßnahmen zu treffen - wie beispielsweise das Anbringen von Fenstersicherungen“, betonte Othmar Thann, Direktor des KFV, in einer aktuellen Stellungnahme.

Aufmerksamkeit ist laut KFV der beste Schutz, gefährdet sind vor allem Kleinkinder. Man soll sie nie bei geöffnetem Fenster unbeaufsichtigt lassen. Das Kuratorium rät zu versperrbaren Fenstersicherungen, die dem Alter der Kinder entsprechen. Weiters sollen für Kinder reizvolle Gegenstände nicht auf Fensterbrettern oder Balkonbrüstungen und keine „Kletterhilfen“ wie Tische und Sessel in der Nähe platziert werden.