Affenpocken-Impfung für sexuell aktive Männer empfohlen

Zuerst sollte die Impfung nur Gesundheitspersonal zur Verfügung stehen, jetzt wurde der Plan ausgeweitet. Nur gibt es zu wenig Impfstoff.
Autor: APA Chronik, 24.08.2022 um 14:32 Uhr

217 Affenpocken-Fälle sind zuletzt in Österreich verzeichnet worden. Die Dunkelziffer dürfte um ein Mehrfaches darüber liegen. In Wien würden viele Menschen eine Impfung gegen Affenpocken in Anspruch nehmen. "Ich merke eine extrem hohe Nachfrage", so Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

Impfung für sexuell aktive Männer

Zuerst war die prophylaktische Schutzimpfung gegen Affenpocken (Monkeypox, MPX) nur auf Personal in spezialisierten Laboren oder Kontaktpersonen beschränkt. Doch jetzt wurde die Empfehlung vor allem für Personen über 18 Jahren mit multiplen Sexualkontakten ausgeweitet. Dazu zählen insbesondere Männer, die häufig Sexualkontakt mit wechselnden Männern haben - laut WHO eine von MPX besonders stark betroffene Gruppe.

Impfdosen reichen nicht aus

Die derzeit vorhandenen Impfdosen würden aber bei weitem nicht ausreichen, beklagte Peter Hacker. Der Bund müsse hier dringend tätig werden. "Wir würden sehr gern mehr impfen", versicherte Hacker. Das Interesse dafür sei groß. Es gebe rund 10.000 bis 15.000 Menschen, die dies gerne tun würden, so Hacker.

Impf-Tourismus nach Berlin

Die LGBTIQ+-Community hat bereits kritisiert, dass es zu wenig allgemein zugänglichen Impfstoff gibt. Österreich hat bisher lediglich 4.340 Dosen des Vakzins von Imvanex/Jynneos erhalten, die nach einem Schlüssel auf die Bundesländer aufgeteilt wurden. Deutschland hat 250.000 Impfdosen bestellt. Dass Impfwillige zum Beispiel nach Berlin fahren würden, um sich immunisieren zu lassen, sei absurd, sagt Hacker. "Ich hoffe, dass sich der Gesundheitsminister Johannes Rauch rasch was einfallen lässt, wie man zu mehr Impfstoff kommt. Wir werden ihn dringend brauchen." 

In Wien gibt es nur 500 Impfdosen

Wien hat davon nur 500 Dosen erhalten. Das ist laut Hacker viel zu wenig, um mehr als Personal oder Kontaktpersonen zu impfen. Derzeit sei man durch einen "extrem einschränkenden Erlass" des Bundes jedoch nicht in der Lage, hier gegenzusteuern. Denn festgelegt wurde, dass nur Nationalstaaten den Impfstoff beziehen könnten. "Ich kann ihn gar nicht besorgen", stellte der Ressortchef klar. Die Bundesländer können sich frühesten im ersten Quartal 2023 selbst Impfstoff kaufen.