Acht Tote bei Flugzeugabsturz in Griechenland

Nahe der nordostgriechischen Stadt Kavala ist am späten Samstagabend ein Frachtflugzeug abgestürzt.
Autor: APA Chronik, 17.07.2022 um 09:03 Uhr

Laut dem Staatsfernsehen ERT handelte es sich um eine Antonow An-12 einer ukrainischen Gesellschaft, die auf dem Weg von Serbien nach Jordanien war. Acht Menschen sollen an Bord gewesen sein, niemand überlebte das Unglück. Geladen hatte die Maschine laut Medienberichten zwölf Tonnen "toxisches Material". Die griechischen Behörden warnen die Bevölkerung vor giftigen Dämpfen. Worum genau es sich handelt, war zunächst nicht bekannt. Auch von geladener Munition wurde berichtet, zumal nach dem Absturz zahlreiche Explosionen zu hören waren. Die Anwohner in der Umgebung wurden aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten und ihre Klimaanlagen nicht anzuschalten. Es lägen giftige Dämpfe in der Luft, hieß es.

Probleme mit Triebwerk

Die Maschine soll im serbischen Nis gestartet und auf dem Weg nach Amman in Jordanien gewesen sein, als der Pilot Probleme mit einem Triebwerk meldete und eine Notlandung auf dem Flughafen Kavala beantragte. Dorthin schaffte es die Crew jedoch nicht mehr, der Flieger stürzte rund 40 Kilometer vom Flughafen entfernt ab. Beim Online-Flugtracker Flightradar24 zeigte die Flugroute, dass sich die Antonow bereits über der nördlichen Ägäis nahe der Halbinsel Chalkidiki befand und dann Richtung Kavala umkehrte.

Nahe an Häusern vorbei gerast

Handy-Aufnahmen von Anwohnern dokumentierten, dass das Flugzeug schon vor dem Absturz brannte. Zunächst rückte ein Großaufgebot von Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei an, dann zogen sich die Rettungskräfte von der Unglücksstelle zurück und forderten auch Journalisten und Zuschauer auf, die Gegend sofort zu verlassen. Man warte auf Spezialkräfte, zwei Kollegen seien mit Atembeschwerden ins Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Feuerwehrmann dem Staatssender ERT. Es sei großes Glück, dass die Maschine nicht über bewohntem Gebiet abgestürzt sei, berichteten Augenzeugen. Die Antonow sei sehr nah an Häusern vorbeigerast. Beim Absturz zerstörte das Flugzeug offenbar auch Strommasten, in den umliegenden Dörfern fiel vorübergehend der Strom aus.