Ab 2025 kommt das Pfand auf Dosen und Plastikflaschen

Mit den 25 Cent Einsatz sollen Plastikflaschen und Dosen fachgerecht recycelt werden.
Autor: APA Chronik, 08.09.2022 um 14:28 Uhr

Mit 2025 wird auf Plastikflaschen und Alu-Dosen ein Pfand in der Höhe von 25 Cent eingehoben.

25 Cent sollen Anreiz zum Sammeln sein

Dieser Betrag ist laut Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne)  "hoch genug, um einen Anreiz zu schaffen, aber nicht zu hoch". Konsumenten können ab dem Stichtag das Pfandgut bei jedem Verkäufer dieser Produkte zurückgeben. "So schützen wir unsere Natur und sorgen dafür, dass Plastikflaschen und Dosen fachgerecht recycelt werden", so Gewessler.

Milchprodukte sind ausgenommen

Die grundsätzliche Einführung eines Pfandes auf Plastikflaschen und Dosen wurde bereits bei der Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) vor rund einem Jahr beschlossen. Allerdings mussten Details - wie vor allem die Höhe des Pfandes - erst in Arbeitsgruppen zwischen Herstellern, Händlern und dem Umweltministerium herausgearbeitet werden. Geeinigt hat man sich letztlich auf ein Pfand von 25 Cent auf alle Plastikflaschen von 0,1 und drei Litern und allen Alu-Dosen, das vom Konsumenten beim Kauf bezahlt und beim Zurückgeben wieder zurückerstattet wird. Ausgenommen davon sind aus hygienischen Gründen Milchprodukte und Milchmischgetränke.

Rückgabe des Pfandguts in fast jedem Geschäft

Prinzipiell kann das Pfandgut bei jedem Geschäft zurückgegeben werden. Für kleine Geschäfte gibt es aber Ausnahmen: Diese müssen nur Flaschen und Getränke in verkaufsüblicher Menge annehmen bzw. nur Produkte, die sie auch tatsächlich verkaufen. Sprich: Eine Bäckerei, die nur 0,5 Liter Plastikflaschen verkauft, muss auch nur diese wieder zurücknehmen. Daneben soll es auch an stark frequentierten Plätzen wie etwa Bahnhöfen Rückgabestellen geben.

Es gibt Förderungen für Automaten

Dem Handel bleibt bis 2025 Zeit, entsprechende Umbauarbeiten abzuschließen und Rücknahme-Automaten zu besorgen. Während die großen Handelsketten die Kosten dafür vorerst selbst übernehmen müssen, gibt es für kleinere Geschäfte einen Fördertopf der EU in der Höhe von 80 Millionen Euro. Robert Nagele, Vorstand "Trägerverein Einwegpfand" sowie der Billa AG begrüßte die Einführung des Pfandes als "nachhaltigen Beitrag zur Plastikreduktion für eine lebenswerte Zukunft." 

FPÖ sieht nächsten Belastungshammer

Umweltschutz-NGOs begrüßten die Einführung grundsätzlich. "Leider kommt es mit 2025 sehr spät, Österreich hinkt damit im europäischen Vergleich hinterher" sagte Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster. Anna Leitner, Sprecherin für Ressourcen bei Global 2000, urgierte, dass parallel auch das Mehrwegsystem weiter vorangetrieben wird. FPÖ-Umweltsprecher Walter Rauch sah in dem Pfand hingegen den "nächsten Belastungshammer".

900.000 Tonnen Plastikmüll in Österreich

Der Einführung des Pfandes ging eine jahrelange Diskussion voraus. Zuletzt sprachen sich auch die meisten Supermärkte und Diskonter für ein entsprechendes System aus. Jedes Jahr fallen in Österreich über 900.000 Tonnen Plastikmüll an. Rund 50.000 Tonnen davon sind nur Getränkeverpackungen. Das sind beinahe 2,5 Milliarden Flaschen und Dosen, die oft in der Natur landen. Druck gab es auch von Seiten der EU, die eine Sammelquote von 90 Prozent bis 2029 vorschreibt.