2022 zählt zu den wärmsten Jahren seit Messbeginn

Hitzewelle und zu wenig Niederschlag – das heurige Jahr gehört zu den trockensten und sonnigsten, die es in Österreich in den vergangenen 250 Jahren gab.
Autor: APA Chronik, 22.12.2022 um 14:14 Uhr

Das Jahr 2022 gehört zu den drei wärmsten Jahren der Messgeschichte, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in ihrer vorläufigen Bilanz am Donnerstag. Auch bei den trockensten und sonnigsten Jahren seit Messbeginn findet sich 2022 im Spitzenfeld wieder. 

Klimakrise schreitet voran

Wissenschaftler sind sich einig, dass diese Entwicklung eine Auswirkung der Klimakrise ist. "Berücksichtigt man die Prognose bis Jahresende, dann liegt 2022 im Tiefland Österreichs zumindest auf Platz drei in der 256-jährigen Reihe der wärmsten Jahre der Messgeschichte, gleichauf mit 2019", sagte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. Laut dem Experten ist sogar Platz zwei, gleichauf mit 2014, noch möglich. "An der Spitze liegt weiterhin 2018."

Rekordwerte auf den Bergen

Auf den Bergen Österreichs war 2022 zumindest das zweitwärmste Jahr der Messgeschichte (gemeinsam mit 2015). Je nach tatsächlichem Verlauf der letzten Dezembertage ist sogar noch Platz eins möglich (gleichauf mit 2020). Neue Rekorde gab es zum Beispiel für Klagenfurt, Kufstein, Lienz und Obergurgl sowie für den Patscherkofel und die Villacher Alpe.

Hitzewelle im Sommer

Am wärmsten war es am 5. August in Seibersdorf in Niederösterreich, hier wurden 38,7 Grad gemessen. Am kältesten war es am 12. Dezember am Brunnenkogel in Tirol auf 3.437 Meter, die Temperatur betrug da minus 24,9 Grad. Kältepol in einem bewohnten Ort war St. Jakob im Defereggental in Osttirol. Am 13. Dezember 2022 sank die Temperatur dort auf minus 21 Grad Celsius. Das Jahr 2022 war außerdem größtenteils zu trocken. In der österreichweiten Auswertung liegt die Niederschlagsmenge heuer um 15 Prozent unter dem vieljährigen Mittel. 2022 ist damit eines der 15 trockensten Jahre der Messgeschichte.

Mehr Sonne für Österreich

Österreichweit schien im Mittel die Sonne um sechs Prozent länger und damit ist das Jahr 2022 das achtsonnigste der vergangenen 98 Jahre. Ein herausragend sonniger Monat im Jahr 2022 war der März, der im Flächenmittel eine Anomalie von 53 Prozent aufweist. Ebenfalls sonnenreicher als im Mittel waren die Monate Jänner, Februar, Juni, Juli, Oktober und November, die um neun bis 17 Prozent sonniger verliefen. Deutlich weniger Sonnenschein bekamen der September mit minus 23 Prozent und der Dezember, hier wird es voraussichtlich ein Sonnen-Minus von 30 Prozent geben.