Cyberoperation gelungen, Patient gestorben

SPARMASSNAHMEN. Immer mehr Krankenhäuser werden Ziel von Cyberattacken. Wie die Gesundheitsinfrastruktur besser vor Hackern geschützt werden kann, erklärt ein Cybersicherheitsexperte.
Autor: Online Promotion, 02.11.2022 um 10:12 Uhr
Promotion

Ein Krankenhaus südlich von Paris, heuer im Hochsommer. Während Ärzte Leben retten, wird das Centre Hospitalier Sud Francilien von Hackern angegriffen. Ihr Ziel: 600.000 digitale Patientenakten und 1.000 Kranke in den Betten. Ihre Ausbeute: das Absaugen sämtlicher Patientendaten, die Sperre der Software, sodass keine Notfallpatienten mehr aufgenommen werden konnten und eine Tote. Die Patientin wurde aufgrund des Serverausfalls zu spät behandelt und verstarb kurze Zeit, nachdem die Hacker in das Krankenhaus eingedrungen waren.

Notaufnahme musste schließen

Ortswechsel nach Deutschland. Universitätsklinik Düsseldorf. Gleiches Szenario. Telefone, E-Mails, Zugriffe auf Patientendaten. Alles stand still. Nach dem Hackerangriff waren Operationen nicht mehr möglich, die Notaufnahme musste schließen, der Regelbetrieb war mehr als eine Woche gestört. Tragische Parallele zu Frankreich: Auch hier stirbt eine Patientin, nachdem ihr Rettungswagen wegen der Cyberattacke umgeleitet werden musste. Der Schaden war enorm. Wiederum wurden Unmengen an Patientendaten gestohlen. Dazu kam die Ohnmacht, schildert der Ärztliche Direktor der Klinik, Frank Schneider: „Keine Notarztwagen, keine Hubschrauber, keine Krankenwagen, alle Ambulanzen waren geschlossen. Das war eine schreckliche Zeit für uns und unsere Patienten.“

In Österreich wird mehr gespart als anderswo

Brennpunkt Österreich: Der scheidende Präsident der Österreichischen Ärztekammer Thomas Szekeres kritisierte in einem Interview kurz vor seiner Amtsübergabe, dass in Deutschland und in der Schweiz pro Kopf deutlich mehr für die Gesundheit ausgegeben wird als in Österreich. Während die Schweizer Regierung pro Kopf und Jahr 5.241 Euro für Gesundheitsausgaben veranschlagt, sind es in Deutschland 4.504 Euro und in Österreich nur 3.966 Euro. Sehen wir uns alleine die Finanzierung der Krankenanstalten an, finden wir im Budget 2021, dass um fast 130 Millionen Euro weniger veranschlagt wurden als im Jahr zuvor. Der Trend setzte sich 2022 fort. Der Grund dafür ist, dass das Gesamtsteueraufkommen gesunken ist. Deshalb wird in den Krankenhäusern gespart.

Alois Kobler | Credit: Celia Ritzberger Wau-Effekt

Cybersicherheitsexperte kritisiert Sparmaßnahmen

„Ein Schildbürgerstreich unserer Regierung“, kritisiert Alois Kobler, der mit seiner Blue Shield Security als einer der führenden Cybersicherheitsexperten Österreichs gilt und seine Kritik an den Sparmaßnahmen verdeutlicht: „Bei Krankenhäusern und allen anderen Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens handelt es sich nicht nur um eine gesetzlich besonders schützenswerte Kritische Infrastruktur, sondern hier geht es Bevölkerung. Der Staat spart die Patienten kaputt.“ In der Praxis ist es so, wie uns mehrere wirtschaftliche Leiter von Krankenanstalten anonym berichten, dass aufgrund der bedenklichen Sparmaßnahmen der Regierung und des Rückstaus an Operationen aufgrund der Coronamaßnahmen sie als Entscheidungsträger in einen erhöhten Zugzwang geraten und zur Entscheidung genötigt werden, entweder noch stärker beim Krankenhauspersonal und den Pflegekräften einzusparen oder bei technischer Infrastruktur sowie im Bereich der IT und der Cybersicherheit den Rotstift anzusetzen. Cybersicherheitsexperte Alois Kobler weiß zu berichten, dass viele Krankenanstalten, ebenso wie niedergelassene Ärzte, bei der Cybersicherheit sparen, obwohl dies beim Einsatz der richtigen, weil zielgerichteten und modernsten Cyberabwehr nicht notwendig wäre. 

Cyberabwehr mit künstlicher Intelligenz spart Kosten

Koblers Blue Shield Security hat sich auf Cyberabwehr mit künstlicher Intelligenz (KI) spezialisiert. Der Einsatz von KI ist nicht nur effektiver als konventionelle Systeme, weil Hacker und schädliche Bedrohungen wesentlich rascher und zielgerichteter erkannt und bekämpft werden können, künstliche Intelligenz spart auch Kosten, weil dadurch der parallele Einsatz von zahlreichen veralteten, konventionellen Systemen nicht mehr vonnöten ist, wie uns Alois Kobler bei einem Lokalaugenschein in seinem Unternehmen in Linz-Leonding verdeutlicht.

Blue Shield forscht am Krankenhaus der Zukunft

Visionär Alois Kobler denkt mit dem Forschungs- und Entwicklungsteam seiner Blue Shield Security bereits daran, wie Krankenhäuser der Zukunft noch besser vor Hackern und Cyberangriffen geschützt werden können: „Im Medizinsektor spielen die Digitalisierung und die Vernetzung eine immer größere Rolle. Im Operationssaal werden zunehmend Medizinroboter eingesetzt, um noch schwierigere Operationen durchzuführen und noch mehr Leben retten zu können. Der Chirurg wird bald von einem Kontrollpult die Instrumente steuern, die Roboterarme werden die Handbewegungen umsetzen. Die Zukunft der Medizintechnik ist also zweifellos vielversprechend, aber auch einer steten Gefahr ausgesetzt, denn jedes IT-System ist bei unzureichender Sicherheit angreifbar und ein potenzielles Ziel von Cyberattacken. Diese Gefahr kann mit modernster künstlicher Intelligenz gebannt werden. Wir sind heute bereits dazu in der Lage. Worum es jetzt geht, ist die politische Willensbildung, diese Cyberschutztechnologien zu ermöglichen und nicht am falschen Platz zu sparen, sodass es künftig nicht wie bei den Cyberangriffen in Frankreich und Deutschland heißt – Cyberoperation gelungen, Patient gestorben.“

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