Kommentar: Wenn einem das Geimpfte aufgeht

Es wird in Österreich keine Impfpflicht geben – auch nicht gegen Corona. Auf die Gefahr hin, dass damit so mancher Partei und so manchem Bürger das Geimpfte aufgeht: bitte Schaum vom Mund wischen, Haare aufmachen und entspannen. Eine Impfpflicht würde nämlich in der ersten Phase, in der gar nicht genug Impfstoffe vorhanden sind, überhaupt keinen Sinn machen – auch wenn selbige noch so sinnvoll wäre. Denn Impfen ist eine medizinische Erfolgsstory. Keine andere Maßnahme war beim Ausrotten tödlicher Krankheiten so erfolgreich. Das kann man – so man sich einen Funken Objektivität bewahrt hat – in tausenden Studien nachlesen.

Ewiger Lockdown

Und ja, stimmt, es gibt keine Langzeitstudien. Das ist aber wohl das dümmlichste Argument gegen eine Impfung. Sollen wir Corona vielleicht noch fünf bis sieben Jahre wüten lassen, ehe dann entsprechende Langzeitstudien vorliegen? Und ja, es wird eine Impfpflicht durch die Hintertür kommen. Oder glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass man in Länder wie Italien oder Frankreich, die immer schon Impfpflicht hatten, ungeimpft einreisen darf? Oder, dass man bei Großveranstaltungen, Konzerten oder Theatervorstellungen Menschen ohne Impfung hinein lässt? Wohl kaum. Dafür ist das Virus zu gefährlich und heimtückisch. Natürlich kann man sich dem entziehen und nicht mehr ins Ausland auf Urlaub fahren, nicht auf Veranstaltungen gehen und sein Leben in den eigenen vier Wänden verbringen. Moment, wie nennt man das? Ah ja, Lockdown. Allen Impfverweigerern viel Spaß im ewigen Lockdown!

Autor: Robert Eichenauer, 10.12.2020