Kommentar: Schützenhöfer gibt Kurz Nachhilfe

Aber das stimmt gottlob nicht. Die Dummheit war nämlich schon immer da. Der gravierende Unterschied ist, dass sie heutzutage mittels Social Media in viel größerem Ausmaß sichtbar ist. Danke Mark Zuckerberg! Früher, als die Zeiten noch alt und gut waren, trat der Stumpfsinn vorwiegend an ländlichen Stammtischen zu Tage und war daher räumlich begrenzt, also quasi im Dauer-Lockdown. Bis zum nächsten Stammtisch, an dem man gleichgesinnte Deppen hätte treffen können, war es schlicht zu weit. Die gute alte Zeit hatte aber tatsächlich viel Gutes zu bieten. Es wurde damals nämlich nicht nur gegeneinander gehetzt, sondern auch miteinander geredet.

Der Sanierer

Einer, der die gute alte Zeit wie kaum ein anderer verkörpert, ist Hermann Schützenhöfer. Das miteinander Reden ist in der DNA des Landeshauptmanns tief verankert. So ist es auch kein Zufall, dass gerade er dem jungen Kanzler, der durchaus als Kind der neuen Social Media-Zeit bezeichnet werden darf, den Weg aus dessen Egoshooter- Programm gezeigt hat. Bei den Landeshauptleuten hatte es nämlich schon ordentlich rumort – selbst bei den Schwarzen, die ja bekanntlich nicht alle auf türkis stehen. Bei den anderen sowieso. Nun ist es diesem Hermann Schützenhöfer also tatsächlich gelungen, in seiner redseligen Art die zerstörte Brücke zwischen dem Kanzler und den Landeshauptleuten zu sanieren und Kurz Nachhilfe in Sachen Föderalismus zu geben. Das lässt hoffen. Denn in Zeiten einer Pandemie sollten wirklich alle an einem Strang ziehen.

Autor: Robert Eichenauer, 12.02.2021