Salzburgs Ballkönigin

Stollenschuhe und High Heels bringt man im Fußball in erster Linie miteinander in Verbindung, wenn man an attraktive Spielerfrauen á la Victoria Beckham und Izabel Goulart auf den VIP-Tribünen denkt. Sarah Zadrazil aber zeigt, dass es auch anders geht. Die Salzburgerin hat beide Arten von Schuhen im Schrank stehen und ist im Fußballstadion nicht neben, sondern auf dem Rasen zu finden. Seit ihrem fünften Lebensjahr spielt sie leidenschaftlich und vor allem erfolgreich Fußball. Gerade erst unterschrieb die 27-Jährige einen Dreijahresvertrag beim FC Bayern und übersiedelte Anfang Juli von Brandenburg nach München.

Zuvor kickte sie vier Jahre für den Bundesligisten Turbine Potsdam, trug dort sogar die Kapitänsschleife. „Als das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen. Der FC Bayern ist nicht nur für männliche Kollegen eine Topadresse“, so „Zadi“, wie sie von Freunden und Kollegen genannt wird. Mit der neuen Aufgabe erfüllt sich für die österreichische Teamspielerin kommende Saison der Traum vom Debüt in der Champions League. Zudem peilt sie den ersten Meistertitel an.

Girlpower

Doch auch privat bringt der Wechsel einen klaren Vorteil mit sich: der Weg heim nach St. Gilgen ist von München aus nicht mehr ganz so weit. Obwohl es Sarah früh ins Ausland zog, sie mit 19 Jahren als erste heimische Fußballspielerin in die USA wechselte und für das Damenteam der East Tennessee State University spielte, steht für sie die Familie an oberster Stelle. Allen voran Bruder Patrick, der einst selbst in der Regionalliga kickte und bis heute ihr größtes Vorbild ist. „Durch ihn habe ich die Liebe zum Fußball entdeckt. Wir haben uns ständig mit den Nachbarjungs duelliert“, erinnert sich Sarah.

Es ist wichtig, an seine Träume zu glauben. Wer hätte schließlich gedacht, dass ich einmal mit Fußball mein Geld verdienen werde.

Mittlerweile zählt sie zu den erfolgreichsten Fußballerinnen des Landes, hat unter anderem 74 Nationalteamspiele auf der sportlichen Visitenkarte stehen. Vorurteile, Fußballerinnen wären burschikos und unweiblich, kosten sie nur ein müdes Lächeln. Auf ihrem Instagramaccount postet sie regelmäßig private Bilder in modischen Outfits. „Ich liebe Shoppen“, gibt Sarah offen zu. Man kann eben beides sein: erfolgreich auf und attraktiv abseits des Rasens.

Autor: Sandra Eder , 03.08.2020