Ruhe für Wildtiere

Bezahlte Anzeige

Einen Winter wie damals wird es angesichts der Corona-Pandemie in diesem Jahr wohl kaum geben. So verwundert es nicht, dass Touristiker, Hoteliers, Seilbahngesellschaften und Wintersportabhängige Unternehmen mit großer Sorge auf die kommende Wintersaison blicken. Besorgt sind auch Bergrettung, alpine Vereine und die Initiative „Respektiere deine Grenzen“. Viele Pistenskisportler investieren in diesem Jahr in Tourenskiausrüstung oder Schneeschuhe, um abseits von präparierten Pisten ihrem Schneevergnügen nachzukommen. Bereits vor dem ersten Schneefall sorgen verstärkt die winterlichen Freizeitaktivitäten für Konfliktpotenzial bei den unterschiedlichen Nutzergruppen.

„Die touristische Überfüllung der Wälder im Sommer hat uns einen Vorgeschmack auf den Winter gegeben“, ist Christoph Burgstaller, Leiter der Initiative „Respektiere deine Grenzen“ des Landes Salzburgs, überzeugt.

Sein Appell eines wertschätzenden Umgangs mit der Natur und den darin lebenden Wildtieren richtet sich an alle Naturnutzer. „Als Naturnutzer muss ich verstehen, dass der Wald nicht mir allein gehört. Die meisten vergessen dabei, dass sie sich im „Wohnzimmer“ der Wildtiere aufhalten. Ein unkontrolliertes Abfahren im freien Gelände beunruhigt das Wild und gefährdet den Wald“, so Burgstaller weiter. „Viele wissen gar nicht, was sie mit ihrem unüberlegten Verhalten auslösen. Adrenalinsucht und Selbstverwirklichung einiger weniger Naturnutzer bringt die große Mehrheit, die sich verantwortungsbewusst in der Natur aufhalten ebenfalls in Misskredit“, ist der Leiter der Initiative „Respektiere deine Grenzen“ überzeugt.

Fluchtverhalten

In den Wintermonaten senken die Wildtiere ihre Körpertemperatur auf ein Minimum herab. Ihre Aktivitäten beschränken sich flächenmäßig auf ein kleines Gebiet, in der Nähe des Fütterungsbereiches und ihrer Einstände. Kommt es hier zu einer unnötigen Beunruhigung wird dadurch ein natürliches Fluchtverhalten der Wildtiere ausgelöst. Die aufgewändete Energie für diese Flucht fehlt den Wildtieren, um gut durch den Winter zu kommen. „Wir werden nur dann konstruktiv Lösungen erarbeiten können, wenn alle, dazu zähle ich den Tourismus, die Seilbahnwirtschaft, die Gemeinden und die alpinen Vereine, gemeinsam daran arbeiten, die einzigartige Natur und Artenvielfalt zu erhalten“, so der Appell von Christoph Burgstaller für ein bewussteres Verständnis im Umgang mit der Natur.

Gut geplant

Bei der Planung einer Skitour sollte neben dem aktuellen Lagebericht von www.lawine.salzburg.at auch der Lebens- und Wohnraum der Wildtiere miteinfließen. Jeder Variantenskifahrer kann sich vorab auf www.respektieredeinegrenzen.at über die Ruhezonen informieren.

Autor: Weekend Online, 11.12.2020