„Avakadava“: Mit „FUN“ in den Lockdown

Um seinen Hit „Zitroneneis“ zu promoten, ließ sich Marcus Rieder alias „Avakadava“ im vergangenen Sommer etwas besonderes einfallen: Der Salzburger Musiker tourte quer durch Österreich und verteilte 10.000 Portionen Gratiseis. Das bescherte dem ausgebildeten Werbefachmann nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch über 160.000 YouTube-Klicks. Nun hat der Stadt-Salzburger seinen nächsten Song auf Schiene gebracht: „Fun“ erscheint heute (19. November) und ist auf YouTube und Spotify zu finden. Wir haben mit dem sympathischen Mid-30er gesprochen und ihn gefragt, welche Geschichte hinter „Fun“ steckt, wie sich der Videodreh an einem Lost Place anfühlte und welches Musik-Zeitalter ihm am meisten zusagt.

weekend.at: Marcus, dein neuer Song heißt „Fun“ – welche Geschichte verbirgt sich dahinter?

Marcus Rieder: Vergangenes Jahr war ich in einer toxischen Beziehung gefangen. Jedes Mal, wenn wir uns wild gestritten und dann wieder versöhnt hatten, kamen mir Ideen für meine Songs in den Sinn und das führte zu ersten Fragmenten, gespielt auf Klavier und Gitarre. Während eines unserer letzten Telefonate habe ich aus einer Eingebung heraus den Riff zu meiner Single „Fun“ gespielt. Ich wusste sofort, dass er etwas Besonderes ist. In meinem neuen Song geht es darum, loszulassen, die Kontrolle aufzugeben, sich fortzuträumen und melancholisch verliebt zu sein… so als wäre man in einem Bann, einer Fantasie, aus der es kein Erwachen gibt. 

weekend.at: Das Musikvideo zur Single wurde in einem verlassenen Hotel in Bad Gastein gedreht. Wie ist es dazu gekommen?

Marcus Rieder: Ursprünglich wollten wir nach Paris fahren und in dem legendären Cabaret „Crazy Horse“ drehen. Dann wurde mir eine Künstlervilla in Salzburg empfohlen. Die Location wäre perfekt gewesen. Doch wenige Tage vor dem Dreh sagte die Besitzerin ab. Als Grund gab sie an, schlecht von mir geträumt zu haben. Obwohl mich das ein wenig vor den Kopf gestoßen hat, musste ich auch darüber lachen – und plötzlich hatte ich so ein Bauchgefühl, dass wir nach Bad Gastein müssen. Schnell war das alte Grand Hotel gefunden und gebucht – am Ende des Tages war es die richtige Entscheidung und der perfekte Schauplatz für das Video. Im Sinne von „Go with the flow, trust your guts“.

weekend.at: Das Gasteiner Grand Hotel ist ein bekannter Lost Place, war es dort gruselig?

Marcus Rieder: Der Dreh war total gruselig! Wir alle hatte das Gefühl, dass wir dort nicht allein sind, dass an dem Ort eine ganz andere Energie herrscht. Das war einerseits enorm inspirierend und andererseits schräg. Das Video lebt von dieser Energie, es hat sich dann fast von selbst gedreht und einfach sein Ding gemacht.

weekend.at: Für deinen Sommerhit „Zitroneneis“ hast du bei einer Werbetour durch Österreich jede Menge Eis verteilt. Ist für „Fun“ etwas ähnliches geplant?

Marcus Rieder: (lacht) Die Eis-Tour war echt legendär. Tatsächlich spielte ich kurz mit dem Gedanken, für den Release Glückskekse mit frechen Sprüchen zu verteilen. Ich habe mich aber dagegen entschieden, weil ich mich nicht wiederholen möchte. Eins kann ich aber verraten: Mit dem Album-Release im Frühjahr 2022 werden ein paar coole Aktionen kommen.

weekend.at: Deinen Künstlernamen „Avakadava“ bezeichnest du selbst als Kunstprojekt – was kann man sich darunter vorstellen?

Marcus Rieder: In gewisser Weise ist das eine der Rollen, in der ich mich als Künstler ausdrücken kann.  Im Unterschied zu meiner Tätigkeit als Fotograf und Maler fasst „Avakadava“ alles zusammen, was ich im Bereich Musik verwirkliche. Es ist ein musikalisches Kunstprojekt, dessen Reise und Entwicklung sich stetig verändert – genauso wie die Darstellung und Handlungen des Protagonisten.

Marcus Rieder alias "Avakadava" | Credit: Christian Maislinger

weekend.at: Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?

Marcus Rieder: Ich bezeichne ihn als Dream-Pop.

weekend.at: Und woher kommen deine Ideen und Inspirationen?

Marcus Rieder: Meistens vom Leben und dessen Vergänglichkeit. Der Moment ist das Einzige, was uns im Hier und Jetzt zur Verfügung steht. Daher sollten wir ihn, so gut es geht, erkennen und nutzen. Momente können auch Fantasien und Träume sein, die ich beispielsweise in meiner Kunst verarbeite. Mein Hauptmotiv ist dabei immer die Liebe in jeglicher Ausprägung. Ob erfüllte, ersehnte, verlorene, romantische oder melancholische Liebe – die Ehrlichkeit dieses Gefühls ist mir das Wichtigste.

weekend.at: Hast du musikalische Vorbilder und was hörst du selbst gerne?

Marcus Rieder: Da gibt es viele, zum Beispiel David Bowie, Prince und Robert Smith. Ich liebe „The Cure“, momentan höre ich viel „The Weeknd“ und „The Velvet Underground“.

weekend.at: Und welches Musikzeitalter hat es dir am meisten angetan?

Marcus Rieder: Overall gefallen mir die wilden 60er am meisten. Die Freiheit und Kreativität in den Songs sowie die spürbare Energie versetzt mich beim Anhören in eine andere Zeit. Allein die Produktionen des US-amerikanischen Labels „Motown“ sind magisch.

Pop-Musiker Marcus Rieder | Credit: Christian Maislinger
Autor: Simone Reitmeier, 19.11.2021