In der Natur daheim

Frau Svazek, wir sind in Großgmain mitten im Wald. Bedeutet das Heimat für Sie, laden Sie hier Ihre Energiereserven auf?

Svazek: Ja, und ich kann mir schwer vorstellen von hier wegzugehen. In Zeiten wie diesen ist eine ländliche Umgebung Luxus pur. Gerade jetzt bin ich viel draußen, jogge und habe mit Trailrunning begonnen – perfekt, um runterzukommen und Energie zu tanken. Das hat mir dabei geholfen, wieder mehr in meine innere Mitte zu finden.

Wer ist die Privatperson Marlene Svazek?

Svazek: Man kennt mich als laute, direkte und freche Person, die auf den Tisch hauen kann. Privat bin ich eher zurückgezogen, ruhig und höre lieber zu als zu reden. Ich bin Landesparteiobfrau, mit 28 Jahren aber auch ein junger Mensch. Wie andere in diesem Alter trage ich zerrissene Jeans, gehe laufen und trinke mit Freunden gern ungezwungen ein Bier. Und ich bin eine begeisterte Festivalgeherin, ich war beim Frequency am Salzburgring dabei und mehrmals beim Nova Rock.

Sie sind auch Jägerin, was fasziniert Sie daran?

Svazek: Vor drei Jahren habe ich die Jagdprüfung gemacht und es heißt ja, das ist die „grüne Matura“. Mir gefällt, dass man viel draußen unterwegs ist, den Wald und seine Bewohner hautnah kennenlernt und dass man die natürlichen Kreisläufe dadurch besser versteht. Ich warte im Moment in Großgmain auf einen Platz in der Gemeindejagd, daheim zu jagen wäre klasse. Mein Traum ist, irgendwann ein eigenes Revier sowie einen Jagdhund zu haben.

Sie sind ein 1992er-Jahrgang. Ist es schwer, sich als so junger Mensch auf der Politbühne durchzusetzen?

Svazek: Am Anfang war es ein Kampf, um ernst genommen und nicht als „junges Dirndl“ abgestempelt zu werden. Als ich das erste Mal den Landeshauptmann kritisiert habe, hieß es „Was erlaubt sich die, das geht ja gar nicht“. Nach etlichen Wahlkämpfen und fünf Jahren als Landesparteichefin begegnet man mir aber auf Augenhöhe und ich bin gut in der Landespolitik angekommen. Und Social Media-Kommentare waren schlimm für mich, ich war so masochistisch und habe alles gelesen – damit habe ich aufgehört.

Können Sie sich vorstellen, in einem anderen Bereich zu arbeiten oder bleiben Sie der Politik auf ewig treu?

Svazek: Ich gehe sicher nicht als Politikerin in Pension – das will und schaffe ich gar nicht (grinst). Früher oder später möchte ich eine Familie gründen und das lässt sich damit schwer vereinbaren. Eine Deadline habe ich nicht, die nächste Landtagswahl werde ich auf alle Fälle noch machen. Für später kann ich mir auch gut vorstellen im Bereich PR oder Marketing zu arbeiten.

2018 sind Sie mit dem Rucksack durch Australien getourt. Haben Sie für heuer Reisepläne?

Svazek: Ich liebe Australien und war schon fünfmal dort, da ich Familie in Melbourne habe. Wenn es möglich ist, werde ich sie heuer über Silvester besuchen. Im Sommer fahre ich vielleicht spontan nach Kroatien oder Italien.

Zur Person

Marlene Svazek (28) wuchs in Großgmain auf, studierte Politikwissenschaften und absolvierte einen PR-Lehrgang. Mit nur 24 Jahren hat sie die Landespartei FPÖ Salzburg übernommen.

Autor: Weekend Online, 16.04.2021