Kommentar: Ein Pitbull ist ein Pitbull...

Eine Expertenrunde hat dieser Tage den Feinschliff des neuen oberösterreichischen Hundehaltegesetzes mitgeprägt. Was Politiker beklatschen, hat uns steuerzahlendem Volk allerdings wieder einmal eines ganz deutlich vor Augen geführt: Es fehlt an österreichweit gültigen Vorgaben. Man fragt sich unweigerlich, warum jedes Bundesland eigene Regeln im Umgang mit den Vierbeinern pflegen muss. Ein Pitbull ist ein Pitbull. So wie ein Zwergspitz ein Zwergspitz ist. Egal, ob er nun im Burgenland, in Oberösterreich oder in Vorarlberg lebt. Kein Mensch kann einem schlüssig erklären, warum eine bestimmte Rasse in einem Bundesland als Listenhund gilt und im Nachbarbundesland nicht. Außer, man sieht als gelernter Österreicher des Pudels Kern so: Dieses Fallbeispiel für falsch verstandenen Föderalismus und dieser unüberschaubare Dschungel verschiedenster Gesetze und Verordnungen dienen in Wahrheit als Beschäftigungstherapie für ein Heer an Verwaltungskräften, das es durchzufüttern gilt. Nur so ist erklärbar, dass unser ohnedies völlig überreguliertes Land in jedem Bundesland eigene Schrebergarten-, Fischerei- und Jagdgesetze etc. sein Eigen nennt. Hier gehört endlich aufgeräumt. Und dass Föderalismus nicht immer das Maß aller Dinge ist, sieht man ja täglich an bundeslandspezifischen Handhabungen und Untaktmäßigkeiten bei den Corona-Impfungen. 

Autor: Gerhard Gall, 05.02.2021