Alpine-Boss sauer: "Haben Abermillionen in ihn investiert!"

Im Formel-1-Vertragsstreit um Oscar Piastri hat Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer den Australier scharf kritisiert: "Ich hätte von Piastri mehr Loyalität erwartet!"
Autor: APA Sport, 08.08.2022 um 11:30 Uhr

Szafnauer ist sauer auf Oscar Piastri. "Er sollte mehr dem Team gegenüber zeigen, das sich um ihn gekümmert hat, das ihn in die Weltmeisterschaft gebracht hat und das ihn vor allem im letzten Jahr in ein Formel-1-Auto gesetzt hat, um ihn vorzubereiten und ihn mit den Strecken vertraut zu machen", so der Teamchef.

Der Amerikaner redete sich richtig in Rage: "Ich bin seit 1989 in der Formel 1 und habe so etwas noch nie gesehen. Und es geht nicht um die Formel 1, es geht um die Anständigkeit eines Menschen." Man habe "Millionen und Abermillionen von Euro" in Piastris Entwicklung gesteckt, so Szafnauer zu "El Confidencial" in Spanien.

Déjà-vu für Szafnauer

Für Szafnauer ist es ein bitteres Déjà-vu: Schon 2004 war er als Honda-Abteilungsleiter beim damaligen BAR-Team mittendrin, als sich Star-Pilot Jenson Button zu Williams abseilen wollte. Damals setzte sich das Team vor Gericht durch, Button musste bleiben – und wurde mit "Team Brackley", aus dem da heutige Mercedes-Team hervorgegangen ist, 2009 sogar Weltmeister.

Nach dem überraschenden Abschied von Fernando Alonso zum Jahresende als Nachfolger von Sebastian Vettel zu Aston Martin braucht Alpine einen neuen Fahrer – Alonso wollte einen Zweijahresvertrag, Alpine-F1-Geschäftsführer Laurent Rossi wollte nur um ein Jahr verlängern. Das französische Team gab daraufhin Toptalent Piastri als Pilot neben Esteban Ocon für 2023 bekannt. Der Australier, bereits Ersatzfahrer bei Alpine, widersprach der Darstellung. "Ich werde nächstes Jahr nicht für Alpine fahren", erklärte Piastri, der wohl zu McLaren wechseln will.

Alpine geht weiter davon aus, im Recht zu sein. "Wir haben einen Vertrag mit Piastri, den er im November unterschrieben hat. Wir haben mit unseren Anwälten gesprochen und sie haben uns gesagt, dass es sich um einen verbindlichen Vertrag handelt", erklärte Szafnauer. Demnach könne Alpine 2023 als Fahrer auf Piastri zurückgreifen und besitze auch eine Option für 2024 auf ihn.