Victoria's Secret: Die Ära der Engel

Vor gut 25 Jahren begannen dem US-Lingerie-Label erste Flügel zu wachsen. Heute muss Victoria's Secret Federn lassen. Wir blicken zurück auf himmlische Höhenflüge, auserlesene Aufreger, flotte Fehltritte, Shows der Superlative und Models mit Engelsgeduld.

Victoria's Secret Show Paris
Josephine Skriver, Jasmine Tookes, Lily Aldridge, Adriana Lima, Lily Donaldson, Alessandra Ambrosio und Taylor Hill 2016 bei der Victoria's Secret-Show in Paris Foto: Martin Bureau/AFP/picturedesk.com

The Show must go on – ob auch im Reich der Engel, weiß allein der Himmel. In diesem Fall das Headquarter von Victoria’s Secret. Wie CNBC berichtete, fällt heuer das Vorweihnachtsspektakel auf den TV-Bildschirmen aus. Grund: massiv gesunkene Einschaltquoten. Viel wird darüber spekuliert, ob und wann die Gold­engel mit ihren Millionengagen endgültig Flügel lassen müssen. Damit würde eine Ära zu Ende gehen, die das Modelbusiness und Karrieren geprägt hat. Mit dem Aufstieg der Marke und dem weltweit beachteten Dessous-Defilee eng verbunden: Spektakel, Skandale und "Sex sells". Am Höhepunkt der Erfolgswelle wies der hinter der Marke stehende Modekonzern L Brands eine Marktkapitalisierung von gut 30 Milliarden US-Dollar aus. Im Vergleich wirkt da der teuerste jemals präsentierte VC-Fantasy-Bra im Wert von 15 Millionen Dollar geradezu billig.

Konflikte und Konkurrenz

Falsches Frauenbild, Fehl­einschätzungen & Co.: Bei der Kultmarke rumort es heftig. So ist die Aktie des Mutterkonzerns L Brands aufgrund sinkender Verkaufszahlen und zeitgeistiger Mitbewerber unter Druck geraten. Finanzmedien melden einen dramatischen Kurssturz rund ums Engelimperium. Das Minus seit dem absoluten Boomjahr 2015: rund 80 Prozent. Kontroversen hinter den Kulissen sorgen zudem für schlechte Presse. Zunächst löste Marketingchef Ed Razek mit seinem kategorischen Nein zu Transgender-Models eine heftige Debatte aus. Er ist mittlerweile Geschichte – und Brasil-Perle Valentina Sampaio das Gesicht einer neuen Werbekampagne. Dann wurde durch die #MeToo-Bewegung Kritik an der generellen Linie des Labels laut. Nächster Schlag: ein offener Brief, in dem 100 Models Mitarbeitern des Unternehmens sexuelles Fehlverhalten vorwerfen.