Oscar 2019: Wussten Sie schon, dass ...?

Oscar-Fans haben den 24. Februar bereits dick im Kalender angestrichen. Das Problem ist: Es werden immer weniger, die einschalten, um sich das Live-Event anzusehen. Warum das so ist, und wie Hollywood dagegen steuert.

Cover Oscars Hathaway
Anne Hathaway löste mir ihrer Dankesrede 2013 einen Skandal aus Foto: NOEL CRAWFORD/Action Press/picturedesk.com

Die Oscar-Gala in der Krise? Jedenfalls kämpft die Veranstaltung um Zuseher, vor allem die jüngeren, die sich offenbar immer weniger für das Live-Event im Fernsehen begeistern. Eine Konsequenz, um auch sie vor die Bildschirme zu locken und dort zu halten: Die Sendezeit wird dieses Jahr auf drei Stunden beschränkt, das Programm kompakter. So werden einige Preise in den Nebenkategorien während der Werbepause verliehen. Im Anschluss an die Unterbrechung gibt es kurze Zusammenschnitte mit den Höhepunkten der jeweiligen Auszeichnung. Desweiteren wird bei der 91. Oscar-Gala von der US-Filmakademie erstmals eine neue Kategorie prämiert: der "Best Popular Film". Dadurch dürften zukünftig auch Blockbuster eine größere Chance auf eine der begehrten Statuen haben. Als absoluter Favorit in dieser Kategorie wird übrigens aktuell der Superheldenfilm "Black Panther" gehandelt. Eine weitere Änderung ist ab dem kommenden Jahr geplant: Die Oscar-Gala soll bereits am 9. Februar stattfinden - und nicht wie ursprünglich geplant am 23. Februar.

Sinkende Einschaltquoten

Betrachtet man die Zuschauerzahlen, kommen die Veranstalter an Veränderungen nicht vorbei. Denn 2018 fiel zum ersten Mal die Zahl der Zuschauer in den USA mit 26,5 Millionen unter die 30 Millionen-Marke. Im Vergleich dazu: Im Jahr 1998 erreichte die Gala mit über 55 Millionen die bis dato höchste Zuschauerzahl in den USA. In dem denkwürdigen Jahr räumte der Blockbuster "Titanic" von James Cameron ab. Diese Zeiten scheinen der Vergangenheit anzugehören, wie die Suche nach einem geeigneten Moderator zeigt.

Moderator verzweifelt gesucht

Denn die Moderation der Oscar-Verleihung gilt eigentlich als große Ehre. Umso mehr verwunderte es, dass Kevin Hart dieses Privileg für die diesjährige Verleihung ablehnte. Nachdem einige homophobe Tweets aus der Vergangenheit des Comedians aufgetaucht waren, und es zu einer öffentlichen Diskussion kam, räumte er den begehrten Moderatoren-Posten freiwillig. Bis jetzt ist noch kein Ersatz bekannt. Sandra Bullock betitelte die Gastgeber-Rolle der Oscar-Nacht als "undankbaren Job".  Da die Academy angeblich keinen Plan B hat, wird mittlerweile in Hollywood heiß diskutiert, ob die Oscars überhaupt einen Moderator brauchen, und es nicht mehr Schwung in die Gala brächte, wenn sich mehrere Persönlichkeiten bei der Moderation abwechseln würden. Das wäre übrigens nicht das erste Mal: Vor 30 Jahren ging die Gala schon einmal ohne fixen Moderator über die Bühne. Schauspieler Rob Lowe hängt dieser Umstand bis heute nach. Er eröffnete die Gala mit einer zwölfminütigen Tanz- und Gesangsnummer, die als größte Peinlichkeit in die Oscar-Geschichte einging. Ob Skandale die Oscar-Gala noch retten können?

Die größten Skandale

Die Oscars wären nicht dasselbe ohne die Skandale. Immer wieder werden Statuen geklaut. Das erste Mal ereignete sich das im Jahr 1938. Ein Betrüger versuchte damals den Preis für Alice Brady entgegenzunehmen. Der letzte Diebstahlsversuch fand 2018 statt. Der Goldjunge von Frances McDormands wurde gestohlen, der Täter konnte aber kurz darauf von der Polizei aufgegriffen werden, und die Trophäe fand wieder zu ihrem Besitzer zurück. Absoluter Spitzenreiter bei den peinlichen Vorfällen ist zweifellos die Verwechslung im Jahr 2017, als der Film "La La Land" den Preis in der Kategorie "Bester Film" überreicht bekam, und es sich herausstellte, dass der wahre Sieger der Film "Moonlight" war. Ein ähnlicher Fall hatte sich bereits 1938 ereignet: Schauspieler Spencer Tracy wurde für seine Nebenrolle im Film "Manuel" ausgezeichnet. Auf seinem Goldjungen stand aber gar nicht sein Name, sondern der des Comic-Detektivs "Dick Tracy".

Nicht zu vergessen das unschöne Nachspiel 2013, als Anne Hathaway für ihre Rolle in "Les Miserables" die Auszeichnung als "Beste Nebendarstellerin" gewann. Ihre zuvor penibel einstudierte Dankesrede regte einige Zuseher dermaßen auf, dass es zu einem richtigen Dankesreden-Bashing im Internet kam. Das ging so weit, dass sogar ihr Kleid dermaßen kritisiert wurde, dass sich Hathaway selbst noch für ihr Prada-Kleid öffentlich entschuldigte. Nicht das Problem derer, die bereits rekordverdächtig viele Preise eingeheimst haben.

Die häufigsten Gewinner

Absolute Spitzenreiterin mit vier Oscars ist Schauspiellegende Katharine Hepburn, die sie für die Filme "Rat mal, wer zum Essen kommt", "Am goldenen See", "Morgenrot des Ruhms" und "Der Löwe im Winter" erhielt. Aber auch Daniel Day-Lewis braucht sich mit seinen drei Oscars nicht zu verstecken. Gleichauf mit ihm liegt Meryl Streep, die mit 21 Oscar-Nominierungen übrigens den einsamen Rekord als meist nominierte Schauspielerin aller Zeiten hält. Der erfolgreichste Film in der Geschichte der Oscar-Verleihungen war bisher "Titanic" ganze 14 Mal nominiert wurde und davon elf Oscars erhielt. Das schafften nur noch die Klassiker "Ben Hur" (1959) und "Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs", die ebenfalls jeweils elf der begehrten Trophäen einheimsten. Doch wo Gewinner, da auch Verlierer.

Meryl Streep
Meryl Streep hält mit 21 Nominierungen einen Rekord Foto: ./Action Press/picturedesk.com

Die ewigen Verlierer

Einer der größten Stars Hollywoods wurde gleich fünf Mal für die goldene Trophäe nominiert und ging trotzdem immer leer aus: Alfred Hitchcock. Er bekam 1968 als kleines Trostpflaster einen Ehren-Oscar verliehen. Trotz mehrfacher Nominierungen ging auch Meisterregisseur George Lucas immer ohne Regie-Oscar nach Hause. Acht Mal nominiert und doch nie gewählt: So erging es "Lawrence von Arabien"-Star Peter O'Toole. Ein Schicksal, das Glenn Close teilt. Sie wurde insgesamt sechs Mal nominiert, ohne je zu gewinnen. Das könnte sich dieses Jahr ändern. Denn als "Beste Hauptdarstellerin" in "Die Frau des Nobelpreisträgers" wird sie bereits heiß gehandelt. Doch auch das Rennen um die anderen Kategorien ist nicht weniger spannend.

Die wichtigsten Kategorien

Insgesamt werden bei der Oscar-Gala 24 Kategorien ausgezeichnet. Wobei die "Big Five" ("Bester Film", "Beste Regie", "Bester Hauptdarsteller", "Beste Hauptdarstellerin" und "Bestes Drehbuch") gibt. als die wichtigsten Kategorien gelten, für die ein Film prämiert werden kann. Bisher ist dieses Kunststück erst drei Filmen gelungen. Zum ersten Mal schaffte das die Komödie "Es geschah in einer Nacht" im Jahr 1935. 41 Jahre später räumte "Einer flog über das Kuckucksnest“ 1976 die Big Five ab. Der letzte Film, der alle fünf Preise einheimste, war "Das Schweigen der Lämmer" (1992). Ob es zu einer Wiederholung dieses Ereignisses im heurigen Jahr kommt, ist fraglich. Nichtsdestotrotz gilt der Oscar auch nach 91 Jahren immer noch als wichtigste Auszeichnung für filmisches Schaffen.

Die Geschichte

Die Verleihung des berühmten Goldjungen gibt es seit 1929, die erste Fernsehübertragung fand 1953 statt. Louis B. Mayer, der damalige Präsident der MGM Studios, setzte sich in den 1920er-Jahren für die Einführung des begehrten Filmpreises ein. Das Design der Oscar-Statue lag seit 1928 auf seinem Tisch. Sie wurde von Cedric Gibbons gestaltet und hat ein Gewicht von knapp vier Kilogramm. Der Materialwert der Statue liegt gerade einmal bei 260 Euro. Das Design der Figur - ein Ritter der ein Schwert hält - wurde über all die Jahre beibehalten. Nur das Podest, auf dem der goldene Junge steht, wurde 1945 erhöht. Der Sockel soll übrigens eine Filmrolle darstellen, deren fünf Speichen für die anfänglichen fünf Sparten (Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Techniker und Autoren) der im Jahr 1927 gegründeten US-Filmakademie stehen. Die Hoffnung auf eine begehrte Trophäe wird unter denen von ihnen, die nominiert sind, nicht kleiner sein als die ihrer Kollegen früherer Jahre. Egal, ob am Ende mehr oder weniger als 30 Millionen Menschen in den USA vor dem Fernseher sitzen.