Warum Oprah Winfrey eine gute Präsidentin wäre!

Spätestens seit ihrer Rede bei den Golden Globes und Meryl Streeps Verlautbarung, Winfrey solle die Vereinigten Staaten leiten, scheint dieser Wunschgedanke peu á peu begrüßenswerter und realistischer zu werden, denn „Oprah For President“ ist inzwischen mehr als nur eine Idee.

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Oprah for president! Foto: Darryl Dyck/AP/picturedesk.com/Nobilior/iStock/Thinkstock

Dieser Gedanke ist zwar schon seit Jahren im leisen Gespräch, doch nun hat er sich in den Kopf der Masse festgeankert und ist auf höchste Lautstärke. Angesichts ihres Namens, ihres Rufes, ihres Vermögens, ihrer Menschenliebe und ihrer rhetorischen Fähigkeiten, stünden die Chancen nicht einmal schlecht für eine Präsidentschaft im Jahr 2020. Natürlich braucht es mehr als einen guten Namen für diesen Job, denn erst hinter den verschlossenen Türen des Weißen Hauses wird deutlich, wofür ein Politiker fähig sein muss. Wie würde sie auf eine internationale Krise oder einem Konfliktausbruch reagieren? Wie wäre ihre Beziehung zu Vladimir Putin? Wie würde Kongresse und Länder beeiflussen und auf ihre Seite ziehen? Es wäre definitiv besser, wenn der erste politische Job nicht der des Präsidenten wäre, doch Donald Trumps unerwarteter Sieg hat politische Normen und Erwartungen ohnehin für immer verändert. Das Einzige, wofür man ihn loben muss: Er hat Winfreys Weg ins Weiße Haus geebnet.

Unterstützung von sozial Schwachen

Davon jedoch einmal abgesehen, hat die Talkshow-Masterin, eine der einflussreichsten Frauen weltweit, wahrscheinlich mehr in ihrem Land erreicht, als der aktuelle Präsident. Neben ihren TV-Produktionen und -erfolgen hat sie unter anderem die „Oprah Winfrey Leadership Academy for Girls“ ins Leben gerufen, eine Schule, die junge Südafrikanerinnen darin ausbildet, Führungsfähigkeiten auszubauen. Der Philanthrop setzt sich nicht nur für Arme, Frauen oder Kinder ein, sondern auch für die LGBT-Community. 1993 wurde beispielsweise ihre nationale Kinderschutzverordnung erlassen, die als „Oprah Bill“ bekannt ist. Durch eine Datenbank sollen Kinder künftig vor jeglicher Art von Gewalt und Missbrauch beschützt werden. Oprah spendet jedoch auch regelmäßig – insgesamt unterstützt sie 23 Wohlfahrtsorganisationen und Gründungen, darunter auch ihre eigene Oprah Winfrey Foundation.

Der „Oprah-Effekt“

Ihr Ziel war es immer, andere Menschen zu inspirieren und zu motivieren und das könnte den US-Bürgern zugute kommen. Alleine die Bildung würde durch die beliebte TV-Persönlichkeit vermutlich eine enorme Reformation erfahren. Durch ihren Bücher-Club ist unter anderem Lesen wieder interessant geworden. Hat sie ein Buch gelesen, wollten es alle anderen auch lesen – sie hat ihre Show somit als Plattform für Selbstverbesserung und Weiterbildung genutzt. Der Anstieg der Verkaufszahlen der von ihr ausgewählten Literatur wurde als „Oprah Effekt“ bezeichnet. Ihr immenser Einfluss auf die US-Bürger ist demnach jetzt schon kaum zu übertreffen.

Sie versteht!

Oprah versteht! Sie weiß, wie es ist, zur (extrem) armen Schicht zu gehören und keine Aussichten zu haben. Sie weiß aber auch, wie man sich zu einem guten Leben hinaufkämpft. Weder sexueller Missbrauch noch der Verlust eines Kindes hat sie daran gehindert, der Mensch zu werden, der sie jetzt ist. Sie hat die Macht, Stereotype zu ändern: Sie hat alles – auch wenn sie nicht verheiratet ist und keine Kinder hat – was auch in unserer modernen Gesellschaft nach wie vor das ultimative Konzept des „Alles Habens“ kennzeichnet. Wenn jemand konservative Ansätze umschreiben könnte, dann vermutlich sie. 

Wird sie?

Winfrey selbst hat noch keine öffentliche Entscheidung bekannt gegeben, ob sie 2020 kandidieren würde. Ihr Lebenspartner seit 1986 verkündete gegenüber der „LA Times“ jedoch, es hänge von den Menschen ab. „Sie würde es definitiv machen“, lässt er die US-Amerikaner sowie die restliche Welt hoffen.

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