Das Spiel endet! End of Thrones

Sieben Staffeln lang wurde in Game of Thrones intrigiert, gekämpft und gemordet. Staffel 8 bringt die erfolgreichste und teuerste Fernsehserie aller Zeiten zum Abschluss. Happy End? Fraglich!

Peter Dinklage Game of Thrones - Cover
Peter Dinklage wurde als Tyrion Lannister zum Publikumsliebling Foto: Jordan Strauss/AP/picturedesk.com

Das Ende ist nah. Mit der letzten Staffel von "Game of Thrones", die ab 15. April exklusiv auf Sky gesendet wird, erlebt der gigantische Hype um die TV-Serie ihren ultimativen Höhepunkt. Aber warum ist gerade diese Serie so unglaublich erfolgreich, und was sollte man über "GoT" wissen, selbst wenn man die Serie nicht sieht?

Sündteuer

Umgerechnet rund 700 Millionen Euro hat der US-Sender HBO in die Produktion der 73 Episoden gesteckt. Das heißt: Eine Summe, mit welcher der ORF neun Monate lang auskommen muss, wurden bei "Game of Thrones" für 69 Stunden - also nicht einmal drei Tage - Fernsehvergnügen aufgewendet. Alleine die sechs letzten demnächst ausgestrahlten Folgen verschlangen jeweils 15 Millionen. Die meisten Folgen der letzten Staffel sind länger als zuvor (bis zu 80 statt wie bisher 55 Minuten), hinzu kommen noch riesige Schlachtenszenen. Alles in allem ist "Game of Thrones" die teuerste TV-Serie überhaupt.

Geschäftsmodell

Dennoch ist die Serie ein Riesenbusiness. Alleine durch die Abos in den USA hat Pay-TV-Sender HBO die Produktionskosten eingespielt. Hinzu kommen Erlöse aus dem Verkauf von DVDs und dem unermesslichen Fanartikelfundus. Exakte Zahlen werden nicht veröffentlicht, aber es dürften wohl für jeden Dollar, den HBO für die Serie ausgibt, fünf bis sechs Dollar eingenommen werden. "Game of Thrones" ist wie eine Lizenz zum Gelddrucken.

Der Schöpfer

Das erste Buch der Reihe "Ein Lied von Eis und Feuer", auf dem die Serie basiert, ist vor 23 Jahren erschienen. Autor ­George R. R. Martin (70) verliert sich in seinen Büchern, wie einst Tolkien bei "Der Herr der Ringe", in uferlosen Details zu geschichtlichen Hintergründen seiner Fantasywelt sowie in zahlreiche Nebenhandlungssträngen. Linguisten haben sogar eigene Sprachen entwickelt - ähnlich wie Klingonisch (Star Trek) und Elbisch (Herr der Ringe) lernen eingefleischte Fans nun Valyrisch und Dothrakisch.

George Raymond Richard Martin Game of Thrones
Der Autor der Kultserie: George Raymond Richard Martin Foto: Alexander Demianchuk/Tass/picturedesk.com

Vorlage überholt

Martin, der 15 Millionen Dollar jährlich einstreift, ist ein notorischer Langsamschreiber. Das führt zu der kuriosen Situation, dass die Handlung in der Serie weiter fortgeschritten ist als in der Buchvorlage. Wer sich durch die über 4.000 bisher erschienenen Seiten gekämpft hat, verfügt also über keinen Wissensvorteil mehr. Inspiriert ist die Geschichte vom "Rosenkrieg" der Familien Lancaster und York (daher leiten sich die Namen Lannister und Stark in der Serie ab) – diese stritten sich im 15. Jahrhundert um den englischen Thron.

Reiz der Unsicherheit

Der Detailreichtum der von Martin geschaffenen Welt macht einen großen Teil der Faszination aus, welche die Bücher und die Serie auf so viele Menschen ausübt. Ebenso wie der Reiz der Unsicherheit: Jederzeit können auch lieb gewonnene Figuren völlig unerwartet sterben und der Geschichte damit eine ganz neue Richtung verleihen. Selbst wenn man nur Haupt- und Nebenrollen zählt und nicht jeden Statisten, kommt man auf rund 200 Figuren, die in den bisherigen 67 Episoden das Zeitliche gesegnet haben. Nur eine einzige davon schied wegen Altersschwäche aus der Handlung.

Hype um die Drehorte

Die Haupthandlung der Serie dreht sich darum, wer am Ende als Herrscher am "Eisernen Thron" sitzt. Wer diesen Kampf gewinnt, ist noch nicht bekannt. Definitiv als Sieger fühlen dürfen sich aber die Drehorte – denn um diese ist ein regelrechter Hype entstanden. Vor allem die kroatische Küstenstadt Dubrovnik, welche für die Hauptstadt der Serienwelt Pate steht, kann sich vor "Game of Thrones"-Schaulustigen kaum noch retten. Das führte sogar so weit, dass die Altstadt abgeriegelt und eine Maximalzahl an Besuchern eingeführt werden musste. Auch in Island gibt es Touren zu den Drehorten auf den Gletschern – und die Hand wird den zahlungswilligen Gästen gegenüber ziemlich schamlos aufgehalten.

Durchbruch

Ein Jackpot ist die Serie aber nicht nur für Produzenten, Autor und Drehorte, sondern natürlich auch für die Darsteller. Die Schauspieler, welche vor Serienstart 2011 fast allesamt völlig unbekannt waren, sind längst gefragte Stars – und steinreich obendrein: Hauptdarsteller wie Emilia Clarke und Kit Harington kassieren mittlerweile eine Million Dollar pro Episode. Die Zukunft. Und womit will HBO die Lücke schließen, wenn die Serie am 20. Mai endet? Nun, "GoT" ist ein zu großes Geschäft, um es einfach auslaufen zu lassen. Verfilmt wird die Vorgeschichte zu den Geschehnissen in der Serie. Die Serie ist also bald zu Ende. Der Hype wird aber noch bleiben.