Weit mehr als nur Fahren: Der neue Porsche 911 Targa "on the road"

Fans des aktuellen Porsche 911 mussten sich bislang festlegen: Coupé oder Cabrio? Jetzt versucht die Marke, beides in Gestalt des neuen 911 Targa zu vereinen. Vorbei die Zeiten, als er für eine Version mit großen Panorama-Glasschiebedach stand.

Kopie von Porsche 911 Targa
Ein Traum auf vier Rädern: der Porsche 911 Targa Foto: Porsche

Bis heute hält sich die Lesart, der 911 Targa wäre als "Sicherheitscabrio" für den US-Markt konzipiert worden. Nun gut, Mercedes exportierte auch in den Jahren danach den SL ganz ohne Bügel in die Staaten. Vielmehr diente die Targa-Lösung der Steifheit der Karosserie, die wie erwähnt nicht auf eine Cabriovariante hin ausgelegt war. Egal, das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Erst 1967 kam der Targa auf den Markt, pikanterweise hatte er sich in Crashtests noch nicht als sicher genug erwiesen. Ab 1969 gab es ihn mit fester Glasheckscheibe.

Porsche 911 Targa
Ein Traum auf vier Rädern: der Porsche 911 Targa Foto: Porsche

Zurück zu den Wurzeln

Genau daran knüpft 45 Jahre später der brandneue Porsche 911 Targa an. Vorbei sind die Zeiten, als Targa für eine Version mit großen Panorama-Glasschiebedach stand. Damit das auch wirklich jedem auffällt, setzt man auf diverse Retro-Elemente. Am markantesten ist sicherlich der Bügel hinter den Türen in Metalloptik mit Targa-Schriftzug und (funktionslosen) Kiemen. Über die Insassen spannt sich ein Stoffverdeck mit einer Dachschale und so genannten Flächenspriegeln aus Magnesium.

Magische Momente

Los geht die vollautomatische Targa-Show: Die gläserne Heckkuppel schwenkt nach hinten über das Ende des Autos hinaus, weshalb das ganze Prozedere nur im Stand möglich ist. Serienmäßige Parksensoren achten übrigens darauf, dass hinter dem Auto genug Platz ist. Dann wird das an zwei Armen befestigte Dach nach hinten bewegt. Um es über den Bügel zu bekommen, klappen dessen obere Enden nach unten weg. Zu guter Letzt wird die Mütze unter der hinteren Scheibe verstaut. Lange Rede, kurzer Sinn: Nach 19 Sekunden ist der Targa so offen wie die Münder der Zuschauer. Für die ganze Klappfix-Methode sind übrigens nur zwei Motoren zuständig, laut Porsche-Mann Achleitner soll der ganze Mechanismus mindestens 160.000 Kilometer lang funktionieren.

Porsche 911 Targa
Ein Traum auf vier Rädern: der Porsche 911 Targa Foto: Porsche

Sturm auf dem Scheitel?

Wie fühlt sich das offene Fahren im 911 Targa an? Nur etwas Wind streicht um den Nacken, er kommt durch die Richtung Heckscheibe leicht abfallenden Seitenfenster. Werden sie oben gelassen, stellen selbst 180 km/h kein Problem dar, solange man sich nicht unterhalten möchte. Die Windgeräusche sind dann nämlich dominant. Doch solch eine offene Raserei ziemt sich beim 911 Targa eh nicht. Bei etwa 80 km/h setzt ein leichtes Wummern ein. Das verschwindet zwar beim Druck aufs Gaspedal, passt aber nicht so ganz zum Komforteindruck des Wagens.

Gegen den Wind

Auf dem Rahmen der Frontscheibe thront ein schmaler Windabweiser. Er bemüht sich redlich, das Haupthaar (sofern vorhanden) zu schonen, eine geschmackvolle Kopfbedeckung kann aber nicht schaden. Schließlich ist der 911 Targa so etwas wie ein Präsentierteller. Deutlich steifer wird die Brise bei heruntergefahrenem Seitenfenster. Doch auch in diesem Modus grenzen 120 km/h nicht an Körperverletzung. Mit dem sehr empfehlenswerten PDK und dem Sport-Chrono-Paket inklusive der putzigen Uhr auf der Mittelkonsole jagt der Targa 4S in 4,4 Sekunden auf 100 km/h.

Bitte warten!

Rund 13 Prozent aller gut 853.000 bislang produzierten Elfer waren Targa-Modelle. Einen ähnlichen Anteil am 911-Programm soll auch die Neuauflage haben. Die Chancen dafür stehen gut: Die erste Jahresproduktion von 3.000 Exemplaren ist schon ausverkauft. Mindestens 109.338 Euro ruft Porsche dafür auf. Zum Vergleich: Das Carrera 4 Cabrio ist gut 1.000 Euro teurer, das entsprechende Coupé etwa 12.000 Euro billiger. Aber was heißt bei Porsche schon billig? Hier gilt das inoffizielle Targa-Motto: nach oben offen.

Die Porsche-Modelle im Überblick:

www.porsche.at

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