VW Touareg 3.0 TDI 4Motion im Test: Luxus versus Gatsch!

Im neuen Touareg kann man „segeln“, das Gelände unsicher machen, „Google Earth“ nutzen, oder einfach das machen, wozu er sich gut eignet – fahren!

VW Touareg 3.0 TDI 4Motion - Cover
Drei Liter Hubraum, 262 PS, aber nur 6,6 Liter Normverbrauch. Ja, die Zeiten ändern sich Foto: Weekend Magazin

Haben mir die netten Menschen von VW womöglich doch einen Benziner untergejubelt und nicht den versprochenen 3.0-Liter-Turbodiesel! Nachdem VW keinen Touareg als Benziner ausliefert (außer den Hybridler) – wohl kaum. Allerdings läuft der V6 extrem sanft und leise, wie ein Benziner. Aber der Beweis steht am Tankdeckel – „Diesel“. Der beherzte Tritt aufs Gaspedal versetzt den TDI gleich in Drehmomentlaune und schiebt den fast 4,8 Meter langen Deutschen locker-­flockig um die nächste Ecke.

VW Touareg 3.0 TDI 4Motion
Mit diesen netten Knöpfchen lässt sich das Fahrverhalten an die Vorlieben des Fahrers anpassen – bei uns war es „Sport“ Foto: Weekend Magazin

Kräftiges Biest

Nun ist es ja so, dass 3-Liter-Autos in der Vergangenheit in der Regel in Sachen Verbrauch zumindest zweistellig unterwegs waren. Wenn dazu unter der Motorhaube 262 Pferde wohnen, diese auch gerne an der Tränke „saufen“, wären früher Tankwarte gute Freunde gewesen. Na ja, und heute? Da stehen 6,6 Liter in der Beschreibung des Touareg! Werden da gar winzige Shetlandponys mit „Sprit“ versorgt? Nein – es handelt sich um kräftige Biester, die das SUV in 7,3 Sekunden auf 100 Sachen galoppieren lassen. Im Test lagen wir bei 9 Litern – auch ein guter Wert. Was ist noch neu am Touareg, Modelljahr 2015?

VW Touareg 3.0 TDI 4Motion
A-, B- und C-Säule fallen ziemlich wuchtig aus und verringern die Rundumsicht. 974 bis 1.814 Liter fasst der riesige Kofferraum Foto: Weekend Magazin

Facelift

Rein optisch fällt vor allem das viele Chrom ins Auge. Hand angelegt wurde am Kühlergrill und den Scheinwerfern. Am Heck  wurde optisch eher sparsam überdacht. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies: VW hat vorsichtig am Design gearbeitet – so wie man es eben tut, wenn der Vorgänger ohnehin äußerst gut von der Fangemeinde aufgenommen wurde! Ab sofort gibt es, auch serienmäßig, für alle Modelle die Multikollisionsbremse zur Vermeidung von Folgeun­fällen. Eine automatische Bremse, die notfalls, auch nach einem Unfall, das Fahrzeug bremst, wenn der Lenker bereits von der Bremse gegangen ist. So kann man beispielsweise nicht von nachfolgenden Autos in den Gegenverkehr geschoben werden. Auch die Segelfunktion ist neu. Nein, dahinter versteckt sich kein weißes Tuch, das beim Fenster hinausgehalten wird. Es ist eine Spritsparmethode, die beispielsweise auf Autobahnen den Motor vom Getriebe koppelt, wenn der Fahrer vom Gaspedal geht – das spart zusätzlich Sprit. Dann hätten wir noch Onlinedienste (Google Earth Mapping), ein Cockpit mit vielen Material-Varianten und das weiter entwickelte Stahlfederwerk.

VW Touareg 3.0 TDI 4Motion
Die wuchtige Mittelkonsole würde auch im Airbus eine gute Figur machen. Im Cockpit finden sich nur hochwertige Materialien Foto: Weekend Magazin

Im Gelände

Den schön geputzten, weißen Touareg durch grausliche Pfützen, über Schotter, Gatsch, abseits der Straße, zu prügeln, ist nicht die feine Art, aber möglich. Der Deutsche hat zwei Sperrdifferenziale, serienmäßigen Allradantrieb und eine gute Bodenfreiheit. Die Luftfederung lässt Letztere ordentlich wachsen. Wer kauft einen Touareg? Nicht nur Pferdebesitzer mit schwerem Anhänger, auch Langstreckenfahrer, Bergliebhaber, ­betuchte Familienväter sowie alle, denen ein Tiguan zu klein ist, oder, die einfach Konkurrenten wie BMW X5 oder Mercedes ML nicht wollen. Der Startpreis V6 mit 204 PS beträgt EUR 52.230,–. Die getestete Sky-Variante (262 PS) kostet EUR 71.660,–.

 

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Weekend-Cover KW 24/2015
Foto: EXCLUSIVE PIX / ACTION PRESS / PICTUREDESK.COM

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