Was bin ich? Der neue BMW X4 xDrive20d im Test

Das zwanzigste Modell von BMW ist schwer einzuordnen. Irgendwo zwischen X3, GT oder doch X6.

BMW X4 xDrive20d
Das Weekend Magazin hat getestet Foto: Weekend Magazin

Der Mix ist doch recht kompliziert! Ein BMW X6 kreuzt sich mit einem X3, wobei doch leichte Gene eines X5 im Spiel sind – und überhaupt stellt sich die Frage, warum da auch die Form des GT durchscheint. So geht es auch den Passanten, wenn man im X4 entgegenkommt. An deren Gesichtern lässt sich zuerst ablesen: „Was ist das für einer?“ Danach wird der Kopf umgedreht, es folgt nach dem Ablesen des Modellnamens am Heck ein: „X4?“ Beendet wird das Schauspiel mit einem offenen Mund. Ehrlich gesagt, auch ich würde so ­reagieren, denn der X4 ist schwer zuzuordnen.

Ein X3 

Fest steht, der X4 basiert auf dem X3. Das lässt sich unschwer im Innenraum erkennen. Edle Materialien und diverse Applikationen aus Alu verstehen sich von selbst. Wer die Aufpreisliste in die Hand nimmt, entdeckt viele nette Möglichkeiten der Verfeinerung, was natürlich auch ins Geld geht. Beim Testfahrzeug waren gut EUR 10.000,– Sonderausstattung verbaut. Aber halten wir uns nicht mit Aufpreislisten auf, sondern sehen wir uns den Wunderwuzzi näher an: Bei BMW ist ja vor einiger Zeit die Modellwut ausgebrochen, und so sind es nun 20 verschiedene BMWs, die zur Auswahl stehen.

BMW
Hinteransicht des neuen BMW Foto: BMW

Der X4 hebt sich trotzdem ab. Er wirkt ­eigentlich größer als er ist und kommt geduckt daher.  Die Platzverhältnisse im Innenraum sind gut – hinten könnte vielleicht mehr Raum für die Passagiere vorhanden sein. Die Sitzposition ist doch sehr hoch und wirkt kaum niedriger, als dies bei einem X3 der Fall ist. Man sitzt im X4 nur zwei Zentimeter tiefer. So gut man vorwärts blicken kann – die Sicht nach hinten schreit förmlich  nach einer Rückfahrkamera. Im Kofferraum verschwinden übrigens gute 500 bis 1.400 Liter Ladegut.

Motor 

Dass BMW sparsame Motoren baut, ist bekannt – auch im X4 schnurrt ein ­solcher Sparmeister. 5,2 Liter Diesel sollen es sein, die im Schnitt auf 100 Kilometer den Tank verlassen. Im Test waren es 6,8. Dabei muss das Aggregat mit 190 PS (Vierzylinder- Diesel) immerhin 1.800 Kilo durch die Gegend stemmen, und ein Allradantrieb ist auch mit an Bord. Insofern ein sehr guter Verbrauchswert. Jene acht Sekunden, die der Bayer benötigt, um auf 100 km/h zu kommen, sehen auf dem ­Papier ebenfalls gut aus. Allerdings könnte im vierten und fünften Gang vielleicht etwas mehr Druck kommen. Die 400 Newtonmeter Drehmoment sind ja auch nicht von schlechten Eltern. Wer noch mehr Fahrspaß will, dem wird geholfen. BMW hat Benziner und Diesel vorbereitet, die 184 bis 313 PS ­leisten. Der stärkste Diesel knackt den Hunderter in 5,2 Sekunden!  

Fazit 

Wer soll einen X4 kaufen? Alle, die ein bulliges und sportliches Design lieben und trotzdem übersichtlich unterwegs sein wollen, ohne auf ­einem Hochstand Platz nehmen zu müssen. Im Grunde genommen, ein sehr praktisches Auto mit ausreichend Platz. Vielleicht polarisiert das Design, aber dafür schwimmt man nicht mit der Masse mit. Zu haben ist das SUV-Coupé ab EUR 51.300,– (xDrive20i Benziner) oder ab EUR 52.850,– als Diesel (xDrive20d).

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