Warum sich der Tempomat immer mehr auszahlt

Nur lenken muss der Autofahrer noch. Das Denken übernimmt zusehends der Tempomat, der die Geschwindigkeit des Autos frühzeitig an die Verkehrslage anpasst. Möglich wird das durch elektronische Daten.

Keine Unwägbarkeit bleibt beim intelligenten Tempomaten unerkannt - Cover
Keine Unwägbarkeit bleibt beim intelligenten Tempomaten unerkannt Foto: Continental

Bastian Zydek sitzt an Bord eines Prototypen mit einem vernetzten Tempomaten, dem Connected Enhanced Cruise Control powered by eHorizon.

Nur noch Lenken nötig

"Die Längsführung, also das Beschleunigen und Bremsen übernimmt bei diesem System komplett die Elektronik", sagt der Entwickler des Zulieferers Continental. Dabei nutzt die Elektronik nicht nur die Daten des Navigationssystems und die Bilder einer Kamera. Über eine Online-Verbindung greift sie zurück auf eine elektronische Landkarte in der Cloud, die permanent aktualisiert wird, erläutert der Hersteller. Schon bevor sich der Testwagen einem Tempolimit nähert, bremst er auf die richtige Geschwindigkeit ab.

Der Tempomat im Ford S-Max hält die vorgeschriebene Geschwindigkeit - Cover
Der Tempomat im Ford S-Max hält die vorgeschriebene Geschwindigkeit Foto: Ford/James Lipman

Auto auf Verkehrslage eingestellt

Selbst wenn Zydek auf einer Strecke zum ersten Mal unterwegs ist, nimmt er jede Kurve wie ein Routinier mit genau der richtigen Geschwindigkeit. "Es fühlt sich an, als wäre man hier schon hundertmal gefahren", sagt er. Mit statischen Kartendaten wie dem Streckenverlauf oder den Geschwindigkeitsregeln ist das bereits umgesetzt, sagt Zydek. Aber der Entwickler bei Continental denkt schon an den nächsten Schritt. Später sollen auch Echtzeitinformationen etwa zur Verkehrsdichte, zu roten Ampeln oder zum Straßenzustand einfließen, so dass Autofahrer nasse Kurven langsamer durchfahren oder der Wagen auf Schnee nicht ins Schleudern gerät.

Eigenverantwortung bleibt

Die Eigenverantwortung zu bewahren, ist laut der deutsche Experte Hans-Georg Marmit ein vernünftiger Ansatz. Denn so hilfreich die nächste Generation des Tempomaten auch sein mag, entlasse sie den Menschen am Lenkrad nicht aus der Verantwortung, mahnt der Experte. "Falls es doch zu einem Strafmandat kommt, wird das schließlich kein Hersteller der Welt für den Fahrer übernehmen."

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