VW Polo beats TSI. Polo spielt Golf?

Erwachsen. Im Grunde ist der über vier Meter lange Deutsche ein etwas kleinerer Golf. Volkswagen hat dem Kleinwagen-Bestseller eine gewisse Größe verliehen.

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Mehr Platz gibt es wohl in der Kleinwagenklasse nicht – der neue Polo ist eine Art Raumriese. Foto: Weekend Magazin
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Der Kofferraum schluckt einiges! 350 Liter Volumen sind eine Kampfansage in der Kleinwagenklasse! Foto: Weekend Magazin
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beats-Ausstattung: "roter Strich", spezielles Sitzdesign, schwarze Spiegel, guter Sound und andere Nettigkeiten. Foto: Weekend Magazin
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Gegen Aufpreis gibt es auch das neue digitale VW-Cockpit. Aber auch ohne lässt der Polo den Vorgänger alt aussehen. Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin
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Foto: Weekend Magazin

Die Änderungen am Blechkleid des beliebten Deutschen halten sich in Grenzen. Man will ja niemanden mit Design-Experimenten verschrecken. Also, dezent verfeinern – der Polo wirkt nun erwachsener und wurde akzentuierter gestaltet. Wer aber die Türe öffnet, sitzt plötzlich in einem Auto, das mit dem Vorgänger nur mehr wenig zu tun hat. Vor allem das Cockpit hat sich total verändert. Das Vorgängermodell sieht im Vergleich ziemlich alt aus. Weicher Kunststoff, moderne Optik oder die Möglichkeit Farbe (im Testauto Rot) individuell einzusetzen, schießen den neuen Polo optisch ins Jahr 2017. Einzig das Bedienteil der Klimaanlage hat diesen Sprung im Test-Polo eher nicht mitgemacht. Wirklich überrascht haben uns aber die Platzverhältnisse. Ob der neue Polo dahingehend noch in der Kleinwagenklasse fährt, ist fraglich. Fahrer, Beifahrer und Fondpassagiere haben ohne Wenn und Aber erstaunlich viel Platz. Der Kofferraum frisst mit üppigen 352 ­Litern fast so viel wie ein Kompaktklassler. Ein VW Golf ist da nur 30 Liter entfernt! Auch der Radstand hat verglichen mit dem Vorgänger-Polo um 92 Millimeter zugelegt, was auch dem Fahrkomfort zugute kommt. In der Länge sind acht Zentimeter dazu gekommen – das ergibt dann 4,05 Meter Länge.

Fahren

Man sieht, der Polo ist gewachsen, aber auch erwachsener, denn das Fahrwerk hat sich verbessert. Die Lenkung ist direkt – da passt wirklich alles gut zusammen. Außerdem ist da der serienmäßige Frontassistent und die Möglichkeit die sechste Generation des Polo sicherheitstechnisch hochzurüsten – gegen Aufpreis – eh klar. Nicht gewachsen sind die Motoren. Down­sizing ist angesagt. Insgesamt sechs Benziner mit 65 bis 200 PS, zwei Diesel (80 und 95 PS) sowie eine Erdgasversion werden angeboten. Im Testauto war ein 95- PS-Dreizylinder mit einem Liter Hubraum verbaut. ­Eigentlich ein ganz flottes Triebwerk, keine Rakete, aber für einen Dreizylinder eben sehr gut. Schon bei etwa 1.500 Umdrehungen lässt Freund Turbo Kraft in die Hütte. Ein Beschleunigungswert von null auf 100 km/h in 10,8 Sekunden ist für einen derartigen Motor respektabel. Dabei wird man natürlich vom Dreizylinderklang begleitet. Beim Verbrauch gibt VW 4,5 Liter an. Im Alltag lagen wir bei 5,5.

Preisfrage

Die getestete beats-Variante kostet ab EUR 19.590,– und kommt mit gehobener Ausstattung und vor allem mit gutem Sound (300 Watt und Subwoofer). Dazu gibt es einige beats-Logos, speziell designte Sitze, einen roten Sport-Streifen, der sich über das ganze Auto zieht, schwarz ­lackierte Außenspiegel, Sportkomfort-Sitze, abgedunkelte Seitenscheiben hinten und anderen Nettigkeiten. Generell startet der Bestseller bei EUR 13.990,– (65-PS-Ben­ziner). Der Polo ist übrigens auch mit 7-Gang-DSG-Getriebe erhältlich. Fest steht: Die sechste Generation des Deutschen kommt dem Denkmal Golf sehr nahe. Das Modell 2017 wurde von Grund auf erneuert und lässt den alten Polo eben auch sehr alt aussehen. Vor allem in Sachen Platz­verhältnisse, spielt der Polo fast schon Golf. Immerhin hat ein neuer Polo die ­Länge eines Golf III. Der Polo als Golfjäger ...

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