Werners Auto-Blog: In den Urlaub ohne Klima - das geht!

Wie schafften es die Autofahrer in den 1970er-Jahren eigentlich, heil ohne Kindergurt, geschweige denn Klima, nach Italien zu kommen? Werner Christl kennt die Antwort. Und erinnert sich an die gute alte verschwitzte Zeit.

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Ja, so war das damals: Rastplatz à la 1975 Foto: Jean LOSSEL/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Als ich in meiner Kindheit mit meinen Eltern nach Italien auf Urlaub fuhr, hatten wir immer eine Flasche mit. Nicht einen doofen Onkel, sondern eine Flasche Wasser. Die durfte ich allerdings nicht trinken – das Auto begann über die Alpen immer zu kochen und soff dann selbst wie ein gedörrtes Sahara-Kamel.

Überhaupt hatte es das Auto kühler als wir Kinder. Die Klimaanlage hatte vorne eine Kurbel, an der ein Fenster hing, und hinten war es wie im "Häfnbus", da das schöne Coupé kein zu öffnendes Seitenfenster hatte.

Es war immer wieder spannend bis erschreckend, ob wir es überhaupt in den Süden schaffen würden. Getriebeschäden, explodierende Reifen, Auffahrunfälle oder Tanknadeln im roten Bereich ohne Tankstelle in Sicht waren immer ein Garant für leichte Panikattacken. Abgesehen davon lag in den 1970ern die Zahl der Verkehrstoten alleine in Österreich bei 3.000 pro Jahr. Heute sind es 400! Einer der Gründe dafür: Die Sicherheitsfeatures waren maximal in Form eines Haltegriffes vorhanden. Komischerweise fuhr ich übrigens trotzdem extrem gerne in den Süden.

Warum ich Ihnen das erzähle? Immer wenn ich heute mit meinen Kindern den Wahnsinn Richtung Süden mitmache, mein Blutdruck steigt, die Kabel am Hals dick werden und besagte "Flaschen" auf der Straße ihr Unwesen treiben, denke ich an früher – und schon geht's mir gut. So eine Klimaanlage ist einfach ein geiles Ding. Servolenkung, ABS … Autofahren ist einfach schön.

Werner Christl
Motor-Ressortleiter Werner Christl Foto: Weekend Magazin/Volker Angerer

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

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