Werners Auto-Blog: Urlaubsfahrten einst und heute

An alle, die über eine Autofahrt in den Süden sudern – früher war alles ein Horror: Wir fuhren um vier Uhr früh weg. Weniger wegen des Verkehrs, eher wegen fehlender Klimaanlage, was in Kombination mit dem klemmenden Fenster für Sauna-Feeling sorgte. insgesamt gesehen – ein Survival-Training mit Ziel Italien/Kroatien.

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Überlebenstraining Urlaub: Ohne "Klima" in den Süden Foto: Silberkorn/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Vorausgesetzt, der Opel Rekord schaffte es über den Loiblpass ohne zu "kochen" oder überhaupt in die Luft zu fliegen. Tunnels waren damals ja noch nicht erfunden. Schutzbriefe, die uns notfalls nach einem Unfall helfen sollten bzw. die Rückfahrt erleichtert hätten, waren übrigens obsolet! Ohne Sicherheitsgurte auf dem Rücksitz, ohne Airbags, ohne Nackenstützen, ohne ABS wären maximal unsere Urnen zurück überstellt worden.

Aber! Staus auf Autobahnen gab es nicht – weil es Autobahnen in Kroatien auch nicht gab. Dafür waren da tolle unübersichtliche Kurven, die das Überholen fast unmöglich machten und meinen Vater in den Wahnsinn trieben. Gleichzeitig flüsterten auf den Rücksitzen Kinder mit aufgeblasenen Bäckchen "Mir is schlecht". Mit etwas Glück standen wir nur einige Stunden vor der Grenze. Die Abgasreinigung der Ostblock-Karren erfolgte dabei über unsere Lungen. Das ließ uns dann anscheinend gut schlafen.

Und dann war da noch die Langeweile von uns Kindern. Keine Handybespaßung, kein Fernsehen, und eine Musikkassette in zermürbender Endlosschleife, die sich mit grauenvollen Tönen von Radio Eriwan ablöste. So gesehen sind heute Urlaubsfahrten eine echte Erholung ...

Werner Christl
Motor-Ressortleiter Werner Christl Foto: Weekend Magazin

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

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