Werners Auto-Blog: Kinder als Motor-Journalisten

Meine zwei Kinder dürfen praktisch wöchentlich in einem neuen Testauto mitfahren. Das Urteil ist in der Regel völlig konträr zu dem, was ich da angeblich fachmännisch von mir gebe: Jedes Auto wird zuerst an den Speib-Qualitäten gemessen. Fahrende Zweimaster haben immer denselben Sager zur Folge: "Mir is schlecht, ich muss ..."

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Kind an Bord - Spaß und Herausforderung zugleich Foto: Image Source/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Angenehme Neuwagengerüche finden die Burschen sowieso zum Kotzen. Das Thema Sicherheit spielt überhaupt keine Rolle. Das angeblich "blöde" Bling-Bling von Spurwechselwarner und Notbremsassistent wird mit "Kannst des net leiser schalten" quitiert. Sündteure Ledersitze sind sowieso immer zu kalt.

Volle Punkte bekommen Klimaanlagen, die von den Rücksitzen zu regeln sind. Da gibt es aber immer Streit, der mit vom Dachhimmel hängenden Eiszapfen endet.

So viel dazu, was ich mir bei Tests über Verbrauch, Umwelt, Motordaten, Fahrwerk und Alltagstauglichkeit aus den Fingern sauge.

Einzig bei den Elektroautos sind wir einer Meinung. Nicht wegen der Ökobilanz, sondern weil die Dinger abgehen wie die Post. Das macht Spaß und endet dann wieder mit: "Mir ist schlecht ..."

Werner Christl
Motor-Ressortleiter Werner Christl Foto: Weekend Magazin

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

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