Test: VW Tiguan - Frisch gebacken!

Die VW-Semmel. Der Tiguan hat sich schon bisher mit 2,8 Mio. Stück wie die warmen
Semmeln verkauft. Wie es aussieht, hat VW auch den Neuen nicht versemmelt

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Länger, breiter, sparsamer, sportlicher –und auch technisch wurde aufgerüstet. Foto: Werner Christl
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VW Tiguan Highline  TDI SCR 4Motion DSG Foto: Werner Christl
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Seitlich haben die Designer dem Tiguan eine Akzentuierung verpasst, die sich vom Heck bis zum Kotflügel zieht. Foto: Werner Christl
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Seitlich haben die Designer dem Tiguan eine Akzentuierung verpasst, die sich vom Heck bis zum Kotflügel zieht. Foto: Werner Christl
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Auch technisch ist der Tiguan „gewachsen“: Multikollisionsbremse, aktive Motorhaube, Spurhalteassistent,  Spurwechsel- und Park-Assistent sowie Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung sind sogar serienmäßig an Bord! Foto: Werner Christl
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Foto: Werner Christl
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Digitales Cockpit, großer Screen und gute
Übersichtlichkeit. Dazu Leder auf dem Gestühl.
Foto: Werner Christl
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4Motion Active Control: ein Drehknopf für alle wichtigen Fahrbahnsituationen (inkl. Offroad und Schnee). Foto: Werner Christl
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Foto: Werner Christl
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Foto: Werner Christl
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Foto: Werner Christl
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Digitales Cockpit, großer Screen und gute
Übersichtlichkeit. Dazu Leder auf dem Gestühl.
Foto: Werner Christl
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Foto: Werner Christl

Bereits 1990, also lange bevor wir überhaupt wussten, was ein SUV ist, hat Volkswagen den Golf Country ausgewildert. Und der war tatsächlich ein wildes Ding. Der rustikale Kompakte wurde mithilfe ­eines Leiterrahmens eines Golf II einfach 12 Zenti­meter angehoben und dem Deutschen einen Allrad ­verpasst – fertig! Den neuen Tiguan als Nachfahren zu bezeichnen, ist so gesehen der falsche Weg. Alleine das Kofferraumvolumen des VW-Tiguan ist beinahe doppelt so groß, wie das des Golf Country. Zwischen 615 und 1.655 Liter Ladung lassen sich im aktuellen Tiguan verstauen. Ein Plus von 145 Litern, verglichen mit dem Vorgänger. Zudem ist der Deutsche um sechs Zenti­meter länger geworden, etwas breiter und flacher. Das wirkt sich ganz klar auch auf die Beinfreiheit der Heckpassagiere aus. Vor allem aber wirkt der neue Tiguan optisch sportlicher und schärfer. Dass die Designer von Volkswagen nicht das „alte“ Design des Vorgängers komplett zertrümmert haben, ist klar. Ein Auto, das 2,8 Millionen Mal verkauft wurde, kann ja vom Design her kaum schlecht gewesen sein. Auffällig sind die kurzen Überhänge, die scharfe Akzentuierung an der Fahrzeugseite und natürlich auch die veränderte Front und das neue Heck-Outfit.

Wie er sich fährt. Der Tiguan ist kein straffer Hund, keine elende Komfortschaukel, sondern ein ausgeglichener komfortabler, leicht straffer Zeitgenosse, der auch gerne schnell Kurven schluckt. Sehr gut abgestimmt – ein großes Lob an die Techniker! Das SUV aus der Ruhe zu bringen ist kaum möglich! Wer unbedingt muss oder will, darf auch einen Ausflug ins leichte Gelände wagen. Die 4Motion Active Control erlaubt per Drehschalter die Allrad-Einstellungen Schnee, Offroad und Offroad Individual. Im Onroad-Modus kann zusätzlich auf Sport und Eco geschaltet werden. Nachdem die neuen Tiguan-Motoren um bis zu 24 Prozent sparsamer geworden sind, gibt sich auch der getestete Zweiliter-Vierzylinder-Diesel mit 150 PS brav im Verbrauch. 5,6 Liter sollen es laut Werk sein, im Testbetrieb waren es 7 Liter. Den Sprint schafft der Wolfsburger in 9,3 Sekunden auf 100 km/h. Keine Rakete, aber sehr flott. Auch technisch ist der Tiguan „gewachsen“: Multikollisionsbremse, aktive Motorhaube, Spurhalteassistent, Spurwechsel- und Park-Assistent sowie Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung sind sogar serienmäßig an Bord!

Innen drinnen. Im Cockpit gibt es keine großen Überraschungen. Ein typisches VW-Interieur, wo alles so angeordnet ist, dass sich jeder sofort zurecht findet. Die Materialien sind durchaus hochwertig. Allerdings fängt gleich unterhalb des Armaturenbretts die härtere Kunststoffwelt an. Die ist wiederum super kaschiert, mit vielen schönen Applika­tionen. Und wie schon gesagt, in Sachen Platzverhältnisse ist der Tiguan eine absolute Benchmark. Fazit: Vielleicht erscheint das Design des neuen Tiguan so manchem als zu wenig spektakulär. Aber hinter dieser leichten „Bravheit“ versteckt sich die Stärke des Deutschen. Er gibt sich eben keine Schwächen und wirkt ausgereift. Und der Wiederverkaufswert wird auch wieder in die Kategorie „wertvoll“ fallen. Zu haben ist ein Tiguan ab EUR 26.490,–. Das Testfahrzeug in „Endausstattung“ kommt auf EUR 57.000,–! 

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