Test: VW Amarok V6 TDI 4Motion - Rock´n Amarok

Upsizing. Der optisch überarbeitete Amarok kommt zudem mit einem mehr als starken
V6-Diesel daher. Kein „fader“ Lastesel – eher ein edler Last-Hengst!

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VW AMAROK V6 TDI
Permanenter Allradantrieb: Der kräftige Diesel mit 224 PS und 550 Newtonmetern verlangt quasi nach 4Motion. 
 
Foto: Werner Christl
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VW AMAROK V6 TDI Foto: Werner Christl
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VW AMAROK V6 TDI Foto: Werner Christl
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Alufelgen, „Chromstangen“ im Bereich der Ladefläche, Trittbretter: So was nennt sich dann „Lifestyle-Laster“. Foto: Werner Christl
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Optisch etwas schärfer gezeichnet. Der neue Motor bringt den neuen Amarok in acht Sekunden auf 100 km/h.  Foto: Werner Christl
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VW AMAROK V6 TDI Foto: Werner Christl
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VW AMAROK V6 TDI Foto: Werner Christl
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VW AMAROK V6 TDI Foto: Werner Christl
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VW AMAROK V6 TDI Foto: Werner Christl
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VW AMAROK V6 TDI Foto: Werner Christl

Etwas übermütig wird man mit dem neuen Amarok. Nicht unbedingt in engen Kurven, wobei der Pick-up erstaunlich gut liegt – nein, man wird zu einer Art Auto-Messi. Vier Paar Ski mit Stöcken, dazu Skischuhe – und weil noch Platz ist, kommt auch gleich der Müll mit auf die Ladefläche. Meine Idee, auch noch vier Mountainbikes auf die Ladefläche zu schmeißen, wird von meiner Familie mit dem Griff auf den Kopf quittiert. Der Amarok ist die definitive Antwort auf schwedische Möbelhäuser und Bau­märkte. Aber das war ja eh klar – wirklich spannend ist der neue Diesel-Motor.

Kraftlackel. Es fühlt sich schon etwas komisch an, wenn ein Pick-up von null auf 100 km/h in nur acht ­Sekunden sprintet, und die theoretisch 191 km/h Spitze lesen sich im Pressetext, als wäre das ein Tipp-Fehler. Der neue Dreiliter-V6-Diesel mit 224 PS bietet zudem 550 Newtonmeter Drehmoment! Wer es etwas weniger kräftig will, kann auf die Dreiliter-Version mit „nur“ 204 PS zurückgreifen. Viel Unterschied macht das aber auch nicht aus. Die über drei Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht und 2,2 Tonnen Eigengewicht werden vom V6 locker bewegt. Das wirkt sich auch auf den Verbrauch aus, der laut Volkswagen bei 7,8 Litern liegt. Dabei darf man nicht vergessen, dass der Amarok mit 1,83 Metern Höhe nicht unbedingt der Windschlüpfrigste ist – also geht der Verbrauch in Ordnung. Im Test lagen wir zwischen 9 und 10 Litern. Wer unbedingt Ampelsprints einlegen möchte, muss mit noch mehr rechnen. Der laufruhige Motor klingt nach „Kraft“ und werkt leise. Im Gegensatz zur Klimaanlage, deren Lüftungsschlitze vor sich „hingepfiffen haben“.

Der Arbeitsplatz. Leder und Pick-up? Ja, die Zeiten haben sich geändert! Mit an Bord Car-Net, Multimedia-Screen sowieso, Tempomat, serienmäßige Multikollisionsbremse und viele anderen Dinge, wie wir aus normalen Pkws kennen. Das Armaturenbrett hat vielleicht etwas viel harten Kunststoff abbekommen, wirkt aber ansprechend. Ein Hit ist die 8-Gang-Automatik, die sanft und sauber schaltet. Auch in Sachen Fahrkomfort gibt es kaum was zu meckern. Dass da auch Blatt­federn werken, merkt man kaum. Sogar auf Autobahnen gibt es keine großen Abstriche. Natürlich fühlt sich der Amarok in der Stadt nicht sonderlich wohl. Parklücken für das 5,23 Meter lange Auto sind eine Seltenheit. Im Gegenzug erlaubt der permanente Allradler einen Ausflug in die Botanik – und wer einen Fluss zu ­Hause hat, kann den durch die 50 Zentimeter Wattiefe erkunden. Fazit. Die extrem hohe Sitzposition, der überraschende Fahrkomfort, die praktische Doppelkabine und vor allem der bärige V6-Diesel sprechen für den Amarok. Immer Kraft, keine Turbolöcher! Auch die Vorsteuerabzugsfähigkeit sowie die hohe Anhänge- und Nutzlast sprechen für den Deutschen. Trotz seiner Größe lässt sich der Pick-up wendig bewegen – nur halt nicht in Parklücken. Das Testauto (Aventura) mit allem Drum und Dran kostete € 55.000,–. Ab € 41.673,– steht der 204-PS-Diesel (Comfortline) in der hohen Garage. Nicht nur der Amarok, auch der Anschaffungspreis und die Unterhaltskosten haben halt eine gewisse Größe!

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