Test: Volvo XC90 T8 Twin Engine - Der Plug-In aus Schweden

Stromaufwärts: Eigentlich ein Langstreckenfresser – andererseits perfekt für Kurzstrecken
in die Arbeit. Vorausgesetzt, man ist stolzer Besitzer einer Steckdose.

IMG_0773.JPG
Test: Volvo XC90 T8 Twin Engine
407 PS, 400 Newtonmeter: Kurzstrecken schafft das SUV ohne Sprit! Bis zu 40 Kilometer rein elektrisch sollen es sein.
 
Foto: Werner Christl
IMG_0785.JPG
Foto: Werner Christl
IMG_0799.JPG
Die Steckdose leuchtet nachts blau... Foto: Werner Christl
IMG_0803.JPG
Der Arbeitsplatz: Keine Spur von Ikea – ganz klar 

Nobelmöblierung mit extra großem Multimedia-Screen.
Foto: Werner Christl
IMG_0797.JPG
Im Pure-Modus soll der Schwede 40 Kilometer rein elektrisch fahren. Angesteckt wird an der Haushaltssteckdose. Foto: Werner Christl
IMG_0795.JPG
Sieben Sitze !  Foto: Werner Christl
IMG_0793.JPG
Riesig: Platzprobleme kennt der XC90-Fahrer nicht – sogar in der dritten Sitzreihe findet man noch einigermaßen Platz. Foto: Werner Christl
IMG_0788.JPG
Foto: Werner Christl
IMG_0777.JPG
Foto: Werner Christl
IMG_0818.JPG
Foto: Werner Christl
IMG_0807.JPG
Foto: Werner Christl
IMG_0813.JPG
Der Arbeitsplatz: Keine Spur von Ikea – ganz klar 

Nobelmöblierung mit extra großem Multimedia-Screen.
Foto: Werner Christl
IMG_0811.JPG
Foto: Werner Christl

Stimmt, wenn Sie im zwölften Stock eines Hochhauses wohnen und keinen Parkplatz mit Stromanschluss haben, ist ein Auto mit Steckdose ­nur bedingt empfehlenswert. Wenn Sie dazu jeden Tag 400 Kilometer auf Autobahnen verbringen, werden Sie sicher ohne einen Plug-in auskommen. Die andere ­Seite der Geschichte sieht ­allerdings so aus: Ich habe bei mir daheim eine ordi­näre Steckdose, die drei ­Meter vom parkenden Auto entfernt ist. Dort stecke ich den Volvo XC90 abends an und kann so jeden Tag die 13 Kilometer in die Arbeit hin und retour rein elek-trisch locker schaffen. Reichweitenangst gibt es keine, trotzdem ist man rein elektrisch unterwegs – und vor allem wie! Das Zusammenspiel von 320-PS-Zweiliter-Vierzylinder-Benziner und 87-PS-Elektromotor bringt eine maximale Leistung von 407 PS! Da drückt es einem beim Kickdown (in sechs Sekunden auf 100 Sachen) doch weit rein ins feine Leder des Gestühls.

So funktioniert es. Wie bei allen Hybridformen arbeiten Elektro- und Verbrennungsmotor unmerklich zusammen. Allerdings kann der Fahrer auf Knopfdruck rein elektrisch fahren oder im „Power-Modus“ alles aus beiden Motoren rausholen. Zudem gibt es eine „Save-Funktion“, die es ermöglicht, mit dem Verbrennungsmotor den Akku zu laden, sowie die gespeicherte Energie für einen späteren Zeitpunkt aufzuheben. Mehr muss man ­eigentlich nicht wissen, um den Hybriden zu fahren.

Sinnvoll. Macht ein derar­tiges Plug-in Sinn? Nun, wir fahren bei einem Startpreis in der Momentum-Ausstattung mit EUR 78.500,– nicht unbedingt in der Dacia-Klasse. Wobei ein gleich ausgestatteter XC90 ohne „Strom“ mit weniger PS praktisch gleich viel kostet. So gesehen macht das Ding, vorausgesetzt das Konto lässt es zu, durchaus Sinn. Allerdings muss der Allradantrieb im Gegensatz zum „normalen“ XC90 manuell dazugeschaltet werden, da es sich um einen Allradantrieb „light“ handelt. Heißt: Elektromotor und Benziner treiben auf Knopfdruck je zwei Räder an. Also ein Allradantrieb, der im Grunde in ­Extremsituationen eher kurzfristig zum Einsatz kommt, da er nur zur Ver­fügung steht, solange der Akku geladen ist.

Verbrauch. Wie viel der T8 Twin Engine verbraucht, ist schwer zu sagen. Die angegebenen 2,1 Liter sind auf Langstrecken keinesfalls ­realistisch. Andererseits fuhren wir vier Tage in die Redaktion und retour, praktisch ohne einen Tropfen Benzin zu verbrauchen. Wer also auf kürzeren Strecken vernünftig unterwegs ist und eine Lademöglichkeit hat, fährt um etwa drei Euro 100 Kilometer weit! Die Verbrauchswerte werden dadurch bestimmt, wie oft geladen wird. Die elek-trische Reichweite ist auch stark davon abhängig, ob mit Klima bzw. Heizung auf Anschlag gefahren wird. 30 Kilometer sind jedenfalls durchaus realistisch. Ansonsten ist der Schwede ganz klar Oberklasse! Hier fehlt nix. Tolle Ausstattung, brutal viele Sicherheits­assistenten, sieben Sitze und die Möglichkeit teil­autonom zu fahren, sprechen für sich. Unter gewissen Voraussetzungen macht ein Plug-in-Hybrid ganz klar Sinn. Nur am Preis muss noch gearbeitet werden. Das gilt auch für die Konkurrenten.n

Mehr zum Thema: